Streusalzlage noch im Griff

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Noch gibt es in den meisten Lagern im Rhein-Main-Gebiet genügend Streusalz.

Offenbach ‐ Gute Nachrichten für die Autofahrer in der Region: Während in manchen Gemeinden und Städten in Deutschland wegen des anhaltenden Winterwetters die Vorräte an Streusalz zur Neige gehen und erste Engpässe gemeldet werden, sind die Streugutlager der Straßenmeistereien und Bauhöfe im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung fast ausnahmslos gut gefüllt. Von Siegfried J. Michel

Die Räumdienste sehen sich deshalb für das angesagte schneereiche Wochenende gut gerüstet.

Pech hatte allerdings schon die Stadt Rodgau: Dort sind die bereits am Montag bestellten Streusalzlieferungen ausgefallen, wie die Kommune mitteilte. Deshalb sei für die nächsten Tage mit einem Engpass bei den Beständen zu rechnen. Die Folge: Vorrangig werde „ab sofort das noch vorhandene Streusalz in gefahrenträchtigen Bereichen (z.B. Hauptstraßen und deren Kreuzungsbereiche, Brücken und S-Bahn-Unterführungen) ausgebracht“, hieß es. Rodgau ist mit seinen Salzsorgen kein Einzelfall in der Republik.

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Gemeldet werden nämlich inzwischen zur Neige gehende Vorräte, erste Engpässe und auch Nachschubprobleme aus Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Bremen. Insbesondere in Niedersachsen ist offenbar Ebbe mit Salz. Sollte es erneut stark schneien, was ja für die nächsten Tage prognostiziert ist, könnte z. B. die Autobahn 7 im südlichen Teil des Bundeslandes wegen des Salzmangels möglicherweise nicht mehr gänzlich abgestreut werden. So sagte der Chef des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim, Udo Othmer, gegenüber „Welt-Online“, es gebe Pläne, dann nur noch eine Spur zu streuen und ein Tempolimit zu verhängen.

Volle oder noch gut gefüllte Salzsilos

Die hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung (HSVV) sieht dagegen noch keine Engpässe beim Streusalz. Die Vorräte seien gegenwärtig bis einschließlich Sonntag ausreichend, so Pressesprecher Stefan Hodes. Bei einer länger anhaltenden winterlichen Witterungssituation sei es jedoch auch für die HSVV - trotz umsichtiger Planung - nicht auszuschließen, dass es zu Einschränkungen in der Qualität des Winterdienstes kommen könne. Die rund 450 Räumfahrzeuge der Behörde betreuen in Hessen gut 16800 Kilometer Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen.

Während es aus Wiesbaden hieß, auch dort werde das Taumittel langsam knapp, sehen die Kommunen in der Region der angekündigten weißen Pracht relativ entspannt entgegen: Volle oder noch gut gefüllte Salzsilos melden die zuständigen Behörden, Straßenmeistereien und Bauhöfe unter anderem in Offenbach, Hanau, Neu-Isenburg, Dietzenbach, Dreieich sowie die Ostkreis-Gemeinden Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen. Mühlheim erwartet heute noch mal eine Lieferung von 26 Tonnen Streusalz, stellt sich aber für Anfang nächster Woche - wie andere Gemeinden auch - auf Verzögerungen ein.

In den drei Bergwerken des Kasseler Unternehmens K+S wird seit zwei Wochen rund um die Uhr Salz abgebaut. Allerdings seien wegen der großen Nachfrage die Kapazitätsgrenzen erreicht, hieß es. Bleibt das Winterwetter also, dann könnte es auch in der Region bald eng werden.

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