Mit Tim und Struppi an der Bar

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„Le Belge“-Betreiber Mensur Yalcin mit seinem Team.

Offenbach - Comics mögen zwar nicht jedermanns Geschmack sein. Leckeres belgisches Bier wohl schon eher. Aber was auch immer das Herz bevorzugt: Im belgischen Bierhaus „Le Belge“ am Offenbacher Wilhelmsplatz treffen beide Leidenschaften aufeinander. Von Sascha Reichelt

Im Saloon-Stil präsentiert sich die Kneipe. Sie könnte glatt aus einem Lucky-Luke- Comic entsprungen sein. Die Wände hängen voll mit hunderten bunten Seiten der Abenteuer von Marsupilami sowie Tim und Struppi. Ganz belgisch eben. Im Original heißt das Comic „Tim und Struppi“ „Tintin“ und dekoriert die orangefarbenen Wände des „Le Belge“ mit ihren rasanten Abenteuern.

Und auch die echte Geschichte des „Le Belge“ ist so wahnwitzig, dass sie aus einem solchen Comic stammen könnte: Betreiber Mensur Yalcin, eigentlich türkischer Herkunft, ist schon gar nicht mehr verwundert über die Frage, warum ausgerechnet er eine Gaststätte führt, die belgische Spezialitäten anbietet. Die Antwort klingt einfach: Sein Bruder lebt und arbeitet seit Jahren in Brüssel.

Durch Besuche lernte er die belgische Küche und insbesondere deren Braukunst kennen und schätzen. Ihm gefiel die „Gelassenheit und das Ambiente“ in den Kneipen. Bereits in der Vergangenheit führte er ein belgisches Lokal in Saarbrücken.

500 verschiedene Sorten Bier gibt es in Belgien

Diese Idee wollte er nun in erweiterter Form auch in Offenbach verwirklichen. Seit Anfang September hat die Gaststätte täglich von elf Uhr morgens bis ein Uhr nachts geöffnet.

Über 100 Brauereien und rund 500 verschiedene Sorten Bier gibt es in Belgien. Eine Auslese der Besten bietet das „Le Belge“ an. Biere, die sonst in keinem deutschen Supermarkt erhältlich sind. Über 20 verschiedene Biersorten listet die Karte. Das Angebot umfasst eine reichhaltige Palette von schwarzen, starken, hellen und typisch belgischen Frucht-Bieren. Der Ursprung geht auf die Klöster im Mittelalter, aber auch auf ein Gesetz von 1919 zurück. Jenes verbot den Ausschank von Spirituosen. Doch die Belgier wussten sich zu helfen und begannen, hochprozentiges Bier zu brauen. Dazu gibt‘s am Wilhelmsplatz Waffeln, Flammkuchen und Pommes. Kombiniert mit Miesmuscheln ergeben sie das belgische Nationalgericht.

Und wer Bier nicht mag, dem bleibt immerhin jede Menge Lesestoff an den Wänden. Der dürfte für viele gemütliche Abende im „Le Belge“ reichen.

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