Rund 200 Geräte vertickt

Student als Smartphone-Hehler

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Symbolbild

Offenbach - So verlockend das Geschäft war, so illegal war es auch: Ein 23-jähriger Student aus Offenbach ist jetzt ein vorbestrafter Hehler.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck verurteilte den jungen Mann zu anderthalb Jahren auf Bewährung. Dazu muss er 250 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Alles begann 2011 mit der Suche nach einem günstigen Smartphone. Der Student geriet an einen pakistanischen Autohändler aus Hanau, der ihm nicht nur eins, sondern noch weitere original verpackte „I-Phones“ zum halben Ladenpreis anbot. Der Offenbacher überlegte nicht zweimal, sondern kaufte im Laufe von sechs Monaten rund weitere 200 Geräte.

Wie er vor Gericht aussagte, ahnte er, dass es sich um Diebstahlsbeute handelte: Der Verkäufer wollte nichts Genaues zur Herkunft verraten und übergab ihm die Ware aus dem Kofferraum heraus auf Schnellstraßen-Parkplätzen. Deshalb vertickte er die Telefone auch nicht einzeln über Ebay, sondern en bloc mit nur 20 Euro Gewinn je Gerät an einen Handyladen in Offenbach. Als die Polizei diesen auf Diebesgut kontrollierte, war der Hehler bald ausgemacht.

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Die Durchsuchung der Studentenbude im Elternhaus brachte 6000 Euro in Bar zum Vorschein, das Geld ging zurück an die Bestohlenen: Die Handys waren aus einem Lager in der Nähe von Hanau geklaut worden. Ausgerechnet der Sicherheitsdienst hatte sie mitgehen lassen. Richter Manfred Beck berichtet, dass der Chef der Security-Langfinger nicht wissen konnte, dass diese bereits als Heranwachsende schon wegen Diebstahls verurteilt worden waren – weil nur Jugendstrafen ohne Bewährung im Führungszeugnis stehen dürfen. Der 23-jährige Offenbacher Student hingegen ist erst einmal gezeichnet: Da er bereits erwachsen ist, wird seine Vorstrafe viele Jahre Ballast in polizeilichen Auskünften sein.

tk

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