Studenten kämpfen für Linden

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Studentin Laura Baginski blickt vom Balkon des HfG-Neubaus auf die vier Linden, die sie und einige Kommilitonen vor der Fällung oder auch nur der Verpflanzung bewahren wollen.

Offenbach ‐ An der Offenbacher Hochschule für Gestaltung fühlen sich Studenten und einige ihrer Lehrer an die Kastanien-Fällung vor der Umgestaltung des Wilhelmsplatzes erinnert. Von Claus Wolfschlag

Vier gesunde Linden an der Schlossstrasse sollen verschwinden, weil sie der Schlossplatz-Umgestaltung im Weg stehen.

Hochschulinterne Wettbewerbsversuche für die Neugestaltung waren vor einem Jahr gestoppt worden. Das Stuttgarter Architekturbüro Lederer/Ragnarsdóttir/Oei erhielt den Auftrag. Dessen Plan sind vier Linden im Weg , die den Platz bislang von der Straße abgrenzen.

Gegen die Beseitigung erhebt sich nun Protest aus der Studentenschaft und Teilen des Lehrkörpers. Studierende brechen eine Lanze für das Linden-Quartett und sammelten an einem Aktions-Stand beim „Rundgang“ Unterschriften. Sprecherin ist Laura Baginski. Die Studenten kritisieren, dass man für viel Geld Architekten beauftragt habe, obwohl man die Platzgestaltung in den eigenen Reihen hätte planen können.

Überlebenschance eher gering

Statt Sandstein wird künftig schwarzer Basalt-Pflasterstein den Schlosshof zieren. Doch der Platz soll keinesfalls eine Steinwüste werden. Zwischen modernem Westflügel und Schloss sollen 16 neue Bäume gepflanzt werden, so dass dort ein kleiner Hain entsteht. Dagegen haben die Studenten der Initiative nichts einzuwenden - „aber nur als Zusatzmaßnahme“. Zudem sieht der Lederer-Entwurf vor, die Linden gar nicht fällen zu lassen, sondern nur umzusetzen.

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Dies allerdings hält Laura Baginski für Augenwischerei: „Das ist doch unrealistisch. Zum einen sind die Kosten einer solchen Umsetzung enorm hoch. Zum anderen ist die Überlebenschance derart alter Bäume nach einer solchen Aktion eher gering.“

Die Kritik an der Beseitigung der Linden führt zu Gegenattacken. Die Kommission, die sich für den Stuttgartern Entwurf entschied, fühlt sich in ihrer Entscheidung offenbar angegriffen, wirft den Kritikern vor, nicht rechtzeitig Einspruch erhoben zu haben.

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