Tradition neu interpretiert

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Dem Namen zum Trotz: Der neue Weihnachtsmarkt am Nordring ist nicht nur etwas für Studenten. An den Ständen weihnachtet es zwar auch, das Drumherum bricht aber mit mancher liebgewonnenen Gewohnheit.

Offenbach - Kein „Jingle Bells“, kein „O Tannenbaum“ und alles andere als eine „Stille Nacht“: Am Nordring, zwischen den Clubs MTW, dem angesagten Robert Johnson und dem neuen Hafen 2, ist am Donnerstag ein „Studenten-Weihnachtsmarkt“ gestartet. Von Tanisha Groh 

Die Idee dazu hatten Boris Hüttig und Uli Schlepper, die auch als Veranstalter fungieren. Dass nicht allein Studenten auf ihre Kosten kommen, ist auf den ersten Blick klar. Nicht nur, weil sich zwischen den Glühwein- und Essensständen Besucher tummeln, die altersmäßig nicht mehr als Studenten durchgehen. Handelt es sich vielleicht um die Professoren? Nein, das nicht, bekennt ein Pärchen, das ihrer jugendlichen Tochter zuliebe nicht mit Namen genannt werden möchte. Aber die Musik heize im Gegensatz zu einem traditionellen Weihnachtsmarkt so richtig ein.

In der Tat: Jeden Abend gibt es ein anderes Programm, von House über Hip-Hop bis zu Soul ist alles dabei, DJs aus der Region sorgen damit für gute Stimmung. Wie in der Disco geht es trotzdem nicht zu. „Wir sorgen dafür, dass bei der lauten Musik trotzdem eine angenehme Atmosphäre bestehen bleibt, so dass sich die Besucher noch gut unterhalten können“, so die Veranstalter Hüttig und Schlepper. Und wer trotzdem abschalten und nur der Musik lauschen möchte, geht ins zentrale Zelt, in dem es auch mal kuschelig warm werden kann. Fürs Wärmen an den Getränkeständen sorgen Glühwein, heiße Schokolade und Lumumba. „Bei unseren großzügigen Mischungen kommen auch alkoholgewöhnte Besucher auf ihre Kosten“, verrät Miriam vom Glühweinstand schmunzelnd. Zu späterer Stunde ist außerdem die eigens errichtete Cocktailbar im „Schneeballzelt“ geöffnet.

Doch nicht nur für das leibliche Wohl ist gesorgt. Nicht ganz im typischen Budenstil bieten insgesamt sieben Stände im und rund ums Zentralzelt Kunstgewerbe im weitesten Sinne. Schals und Mützen dürfen da ebenso wenig fehlen wie die letzten Deko-Artikel fürs Zuhause. Es kann sogar passieren, dass der Weihnachtsmarktbesuch schon zur Bescherung wird. So wird Chrissi aus Offenbach zum „Opfer“ von Johannes Sassenroth, Kult-Moderator des Radiosenders You FM, der sich mal eben dazu entscheidet, sein schrecklichstes Weihnachtsgeschenk bei Besuchern einzutauschen. Einen sehr geschmackvollen Porzellanengel gab’s deshalb für Chrissi, die Sassenroth im Gegenzug einen Regenschirm gab.

Weihnachtsmarkt in Offenbach

Weihnachtsmarkt in Offenbach

Für viele Studenten ist der Weihnachtsmarkt eine gute Gelegenheit, um nach dem alltäglichen Unibesuch in Weihnachtsstimmung zu kommen: „Da gibt es die gleichen Buden wie auf dem Weihnachtsmarkt, nur einfach weniger Schrott, den sowieso niemand braucht. Außerdem sind die Leute cool drauf, und es wird nicht gedrängelt“, bringt es Jurastudent Alex auf den Punkt. Also: Nichts für Spießer, sondern eher für alle, die diese Vorweihnachtszeit etwas unkonventioneller verbringen möchten. Noch bis zum 22. Dezember können sie den etwas anderen Weihnachtsmarkt besuchen. Wer das nicht schaffen sollte, kann auch You FM einschalten – dort sind nämlich einige der Musik-Aufführungen dieses Spektakels zu hören.

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