Studieren und schrauben

Offenbach ‐ Die Stadt erweitert ihr Angebot für Studenten: Am 1.  September 2010 wird in Offenbach eine Berufsakademie (BA) für angehende Ingenieure starten. Von Matthias Dahmer

In maximal sieben Semestern und für 375 Euro im Monat kann als Abschluss der „Bachelor of Engineering“ erworben werden, wobei sich der Studiengang in die Bereiche Mechatronik, Elektrotechnik und Maschinenbau auffächert.

Angeboten wird der Studiengang von der Hessischen Berufsakademie, die bundesweit an 15 Studienorten vertreten ist und sich als eine Alternative zu den Hochschulen versteht. Eine derartige Ausbildung für Ingenieure gibt es bislang nur im nordrhein-westfälischen Unna. Die Stadt Offenbach ist so genannter Förderpartner des Vorhabens, hat es initiiert und unter anderem dafür gesorgt, dass der Europäische Sozialfonds das Projekt unterstützt.

Wie BA-Geschäftsführer Mark Moser berichtet, beruht die Gründung der Offenbacher Akademie, die voraussichtlich mit 20 bis 30 Studenten beginnen wird, auf einer Potenzial-Analyse, aus der hervorgeht, dass insbesondere die mittelständischen Unternehmen der Region östlich von Frankfurt händeringend Ingenieursnachwuchs suchen. Die Fachrichtung Maschinenbau ist dabei am meisten nachgefragt worden.

Eine der letzten Hürden für die Umsetzung war das Gütesiegel für den geplanten Studiengang. Diese Akkreditierung, die bescheinigt, dass nach anerkannten Qualitätsstandards gelehrt wird, liegt für Offenbach erst seit wenigen Tagen vor.

Nichts für Faulenzer

Das Lernen an der Berufsakademie ist wegen seiner Doppelbelastung nichts für Faulenzer. Das Duale Studium, der Wechsel von Praxis- und Studienphasen, besteht in Offenbach aus einer normalen Ausbildung in einem Unternehmen, die an einem Arbeitstag in der Woche und samstags jeweils von 8.30 bis 15.45 Uhr durch das Studium ergänzt wird.

Dieses wiederum gliedert sich in einen praktischen Teil, der bei lokalen Kooperationspartnern der BA absolviert wird, und in theoretische Abschnitte, die in Räumen im Gründerzentrum Ostpol sowie am Klinikum stattfinden. Dort gibt es seit nunmehr zwei Jahren bereits erfolgreich eine ähnlich strukturierte Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie mit mehr als 200 Studierenden.

Als Kooperationspartner der BA stehen bislang schon die Gewerblich-Technischen Schulen fest, Gespräche werden aber auch mit Unternehmen geführt, sagt Geschäftsführer Moser.

Und wer sich schon jetzt für den Studiengang an der künftigen Offenbacher Berufsakademie interessiert, kann sich wenden an: Sabine Woerz, Tel: 069/2470-2215; E-Mail: sabine.woerz@hessische-ba.de.

Wie er weiter berichtet, besagen Statistiken, dass mehr als 80 Prozent der BA-Absolventen direkt von ihrem Arbeitgeber übernommen werden, der Rest hat nach knapp zwei Monaten einen Job. Der Altersdurchschnitt der Studienanfänger liegt bei 20 Jahren. In der Regel halten sich Männer und Frauen die Waage. Beim Offenbacher Studiengang, schätzt Mark Moser, wird das Verhältnis wohl eher bei 90:10 liegen.

Bundesweit sind unter den Fittichen der Hessischen BA insgesamt 900 Studenten.

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