Offenbacher Bürgerbüro-Betrieb im Pandemie-Modus

Amtsleitung: Eindruck von Überfüllung nur subjektiv

Wartende Bürger vor dem Bürgerbüro
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Wer zu früh kommt, bleibt an der frischen Luft. Monitore zeigen die Aufrufnummern.

Das Offenbacher Bürgerbüro im „Kaiserpalais“, dem früheren Goldpfeil-Gebäude an der Kaiserstraße, gehört zu den Zielen, die sich trotz Willen zu Kontaktbeschränkungen nicht immer vermeiden lassen. Die Anlaufstelle hat sich aber auf die Pandemie eingestellt.

Offenbach -Schon lange vor Corona endeten die Zeiten, da jeder Offenbacher nach eigenem Ermessen in der städtischen Anlaufstelle vorstellig werden konnte. Ohne Termin geht bei Chefin Martina Fuchs und ihrer Truppe seit geraumer Zeit nichts mehr. Nun um so mehr, da ein voller Wartesaal und Schlangen vor den Schaltern dringlichst zu vermeiden sind. Dabei hilft durchaus der Rückgang der Kundenfrequenz: Statt wie üblich 400 kommen im Schnitt nur noch 300 Bürger am Tag in die Kaiserstraße.

Der Offenbacher Holger Schäfer hat jedoch den Eindruck gewonnen, dass die Praxis von der Theorie abweicht. Als er seinen Termin wahrnimmt, empfindet er den Wartesaal als „maßlos überfüllt“, jeder Sitzplatz sei belegt gewesen, Mindestabstände nicht eingehalten worden. Von einer Mitarbeiterin am Empfang will er gehört haben, dass man Unangemeldete nicht einfach abweisen könne, wenn sie der deutschen Sprache nicht mächtig seien. 30 Minuten, klagt Schäfer, habe er in dieser Enge verbringen müssen.

Genau 34 Minuten habe es gedauert, bis Herr Schäfer vom Eintreffen mit erledigtem Anliegen wieder habe gehen können, verrät Amtsleiterin Martina Fuchs, die sich mit der von uns übermittelten Beschwerde befasst hat. Bei der Auskunft über nicht Angemeldete müsse der Offenbacher wohl etwas missverstanden haben: „Sehr wohl können wir die wegschicken, egal wo sie ursprünglich herkommen; dazu gibt’s ein Infokärtchen mit Telefonnummer und QR-Code für die Terminvereinbarung.“ Natürlich könne mal jemand durchrutschen, aber das passiere in keiner Größenordnung, die den Betrieb entscheidend verlangsame.

Auch dass es eine Überfüllung des 200 Quadratmeter großen Wartesaals gegeben haben könnte, weist die Bürgerbüro-Chefin zurück. Darauf achte schon der Sicherheitsmitarbeiter, der vor diesem Nadelöhr postiert sei – mehr als 40 Menschen gleichzeitig kämen hier nicht rein. Andere Eindrücke müssten auf subjektivem Empfinden beruhen, meint Martina Fuchs. Zumal jeder zweite Sitzplatz gesperrt sei.

Wer zu früh kommt – und das sind laut Martina Fuchs etliche – bleibt an der frischen Luft. Ebenso Menschen, die ein Arzt-Attest von der Maskenpflicht befreit. Auch dafür sorgt der Security-Mann, der zudem aufs Maskentragen und Händedesinfizieren achtet. Vorm Nasswerden bei Regen bewahrt die draußen Wartenden ein großer Marktschirm, der im Innenhof vor den Containern der Schildermacher aufgespannt wurde. Dass jemand verpasst, wann er an der Reihe ist, verhindern hinter der Glasfront platzierte Monitore, auf denen die Terminnummern zu verfolgen sind.

Von Thomas Kirstein

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