Subunternehmer Rosbacher Main-Bus

Trotz Frankfurter Kennzeichen für OVB unterwegs

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Sieht den neuen OVB-Bussen zum Verwechseln ähnlich: Fahrzeug des Subunternehmens Rosbacher Main-Bus.

Offenbach - Ihr Anblick ist inzwischen ein vertrauter: Immer mehr Linienbusse sind im neuen Mobilitäts-Grün der Stadtwerke unterwegs. Einige davon rollen aber auch mit Frankfurter Kennzeichen über Offenbachs Straßen. Bahnt sich da etwa eine schleichende Übernahme an?

„Nein“, sagt Anja Georgi, Chefin der Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB). Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember fährt ein neues Subunternehmen für die OVB. Und dessen neun Fahrzeuge sind alle in Frankfurt zugelassen. Der neue Auftragnehmer, Rosbacher Main-Bus, bedient mit acht Bussen und einem Ersatzfahrzeug die kompletten OVB-Linien 108 und 120, ist abends und an Wochenenden auf weiteren Strecken unterwegs. Schließlich unterstützen die Rosbacher die OVB mit Verstärkerfahrzeugen ebenfalls im Schülerverkehr. Zusammen mit den 61 Fahrzeugen der OVB und ihrer Tochtergesellschaft Main Mobil Offenbach (MMO) sind damit insgesamt 70 Busse im Linienbetrieb der Stadt unterwegs.

Und warum fahren die Rosbacher mit Frankfurter Kennzeichen? An dieser Stelle wird es kompliziert: Zusammen mit den Gesellschaften Sack und Frabus ist Main-Bus unter dem Dach der Rosbacher Busnetz GmbH vereint. Zu deren Gesamtfuhrpark zählen zirka 40 Linien- und Reisebusse, verteilt auf Betriebshöfe in Friedrichsdorf, Kelsterbach und inzwischen auch Offenbach. Main-Bus setzt in Offenbach nagelneue Fahrzeuge ein, die auf das Schwesterunternehmen Frabus mit Sitz in Frankfurt zugelassen sind.

Den Offenbacher Bussen sehen die Main-Bus-Fahrzeuge zum Verwechseln ähnlich. Die grün-weiße Optik ist die gleiche. Doch Main-Bus vertraut auf die Marke Mercedes-Benz Citaro, während die OVB auf den Hersteller MAN setzen. Die Fahrzeugflotte der OVB wird durch die Ausmusterung betagter Linienbusse ständig modernisiert und der Fuhrpark durch diese Neubeschaffungen auf den aktuellsten Stand der Abgastechnik gebracht. So sind drei neue Gelenkbusse vom Typ MAN A23 Lions City G in Dienst genommen worden. „Wie die vier baugleichen Lions, die im März 2015 erstmals im einheitlich grünen Design an den Start gingen, entsprechen die drei neu eingesetzten Fahrzeuge der Euro-Norm VI“, so OVB-Geschäftsführerin Georgi.

Beispiele aus dem neuen RMV-Preissystem

Bei allen sieben Wagen handelt es sich um absenkbare und deshalb barrierefreie Niederflurbusse. Die 320 PS starken, 18 Meter langen und fast 17 Tonnen schweren Dreiachser sind klimatisiert und videoüberwacht. In ihrer Mitte bieten sie eine vergrößerte Fläche für Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühle und Fahrräder. Zusammen mit den neun Fahrzeugen von Main-Bus rollen damit bereits 16 grüne Linienbusse über Offenbachs Straßen. Zum Jahresende kommen fünf weitere hinzu, wenn fünf alte OVB-Gelenkbusse ausgewechselt werden. Georgi: „In etwa zehn Jahren wird es voraussichtlich gar keinen rot-weißen OVB-Bus mehr geben.“

Main-Bus, so Georgi, sei aus Kostengründen beauftragt worden. „Aufgrund der Vorgaben aus dem politischen Raum müssen wir unsere Leistung möglichst günstig anbieten. OVB und MMO befinden sich auf einem guten Weg, wirtschaftlicher zu werden, allerdings benötigen wir im Moment noch die Unterstützung eines Subunternehmens.“ Der Vertrag mit Main-Bus läuft über fünf Jahre. Die tarifgebundenen Rosbacher decken etwa 15 Prozent der Fahrten ab. 

mad

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