Suche nach Schutz vor „finanzieller Repression“

Offenbach - Die Folgen der Finanz- und Eurokrise wirken sich nach wie vor auf die Geschäfte der Hypovereinsbank in Stadt und Kreis aus. Von einer Verunsicherung bei den Kunden spricht der Leiter der Filialen in Offenbach und Bad Homburg, Klaus-Dieter Emser. Von Marc Kuhn

Viele Anleger scheuen trotz der niedrigen Zinsen ein Engagement an den Kapitalmärkten. Das Niedrigzinsniveau in Kombination mit der Inflation würden aber zu einer „finanziellen Repression“ führen, sagte Stefan Markus, Filialleiter der Hypovereinsbank in Rodgau - über die Jahre verliert das Vermögen unter dem Strich an Wert. Emser geht davon aus, dass sich an der Situation so schnell nichts ändert. Bei der Suche nach einer sicheren Anlage griffen die Kunden der Tochter der italienischen Unicredit im vergangenen Jahr vor allem zu Sparbüchern mit gestaffelten Zinsen, festverzinslichen Wertpapieren und so genannten Mandatslösungen. „Bei uns ist das der Renner“, erklärte Markus. Bei dem Mandatsgeschäft geben Kunden eine Risikoklasse vor. Die Experten investieren das Geld dann in Aktien, Anleihen oder Rohstoffe. Je nach Entwicklung an den Märkten wird das Geld umgeschichtet.

2012 betreute die Hypovereinsbank für etwa 13 500 Kunden in Offenbach, Rodgau und Bad Homburg ein Geschäftsvolumen von fast 500 Millionen Euro. Das Anlagevolumen ist um rund sechs Prozent auf 210 Millionen Euro gestiegen. Das Kreditgeschäft ist trotz Zuwächsen bei den Immobilienfinanzierungen leicht gesunken. Verantwortlich dafür sind Rückzahlungen und Tilgungen. Wegen der niedrigen Zinsen und der Eurokrise stecken Kunden ihr Geld in Häuser und Wohnungen. Dabei sei die Eigenkapitalquote gestiegen, berichtete Markus. Und: „Der Bestand wird aufwendig renoviert.“

Um sich für die Zukunft aufzustellen, steigt die Hypovereinsbank in die Videoberatung beispielsweise über den Rechner ein. „Wir bieten als erste überregionale Filialbank in Deutschland Videoberatung an sieben Tagen der Woche bis zu 14 Stunden täglich an“, erläuterte Emser. Die Mitarbeiter sitzen dabei zum Beispiel in Büros in München und Hamburg. In der Filiale in Offenbach können zudem Experten aus anderen Niederlassungen zugeschaltet werden. Im Herbst soll das auch in Rodgau möglich sein. In der nächsten Ausbaustufe der Videoberatung sollen Kunden ihren Berater in der Filiale vor Ort erreichen können.

Weitere Infos: www.hvb.de/onlinefiliale

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