Schöffengericht verurteilt vorbestraften 24-Jährigen

Nach WM-Halbfinale im Suff zugeschlagen

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Offenbach - Ein 24-jähriger Türke aus Offenbach wurde vom Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Nach dem WM-Halbfinale Brasilien gegen Deutschland im Juli 2014 feierte der junge Mann ausgiebig mit Freunden den Sieg der deutschen Kicker. Zuletzt landete die Truppe an einem Kiosk in Offenbach. Inzwischen war es 5 Uhr morgens. Als der Kiosk schloss, suchte der Angeklagte Streit mit einem jungen Mann aus einer anderen Gruppe, indem er dessen Freundin beleidigte. Nach einem Wortgeplänkel schlug der 24-Jährige den Kopf einer Bierflasche ab und mit dem Rest dem Opfer auf den Kopf. Der Kontrahent erlitt Schnittwunden am Kopf und blutete stark. Er musste im Krankenhaus genäht werden.

Im Februar dieses Jahres kam der Angeklagte mit einem Freund von einer Zechtour in Sachsenhausen zurück. Sie gingen zu Fuß. An der Ziegelstraße trafen sie die damals 17-jährige Schwester eines Bekannten des Angeklagten, die auf dem Weg zu ihrer Ausbildungsstätte war. Es war gegen 5.30 Uhr. Der Angeklagte griff unvermittelt die 17-Jährige an und verlangte die Herausgabe ihres Handys. Da sie es nicht ihm geben wollte, schlug er das Mädchen mit seinem Freund bis zur Bewusstlosigkeit. Dann nahm er ihr das Mobilgerät weg. Als er merkte, dass es ein Billigtelefon war, schmiss er es in den Main.

Die kuriosesten Gesetze aus aller Welt

Die Polizei vermutet, dass der Bruder des Mädchens eventuell dem Angeklagten minderwertige Drogen geliefert hatte und er sich deshalb an der Schwester schadlos halten wollte. Der Mittäter ist flüchtig. Es handelt sich um einen Deutschen polnischer Herkunft. Der Angeklagte gab vor dem Schöffengericht den Angriff auf das Mädchen zu, ohne jedoch Gründe dafür zu nennen. An die Tat nach dem Fußballspiel vermochte er sich angeblich nicht zu erinnern. Der 24-Jährige war vom Jugendrichter schon mehrfach verurteilt worden und hatte wegen Körperverletzung bereits vier Wochen Jugendarrest verbüßt. Da der Angeklagte nichts zur Behandlung seiner Alkoholproblematik unternommen hatte, sah das Gericht keine Möglichkeit, ihm eine Bewährung zu geben, zumal er die Opfer nicht um Entschuldigung gebeten hatte.

mad

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