Fraktionen zum Wetterpark-Besucherzentrum

„Suppe schön auslöffeln“

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Während die Fraktionen noch streiten, schreitet der Bau des Besucherzentrums voran.

Offenbach - Eine Verschwendung von städtischen Geldern? Oder ein kleiner Offenbacher Edelstein, der zum Funkeln gebracht wird? Über den Bau sowie städtische Zuschüsse fürs Besucherzentrums am Wetterpark scheiden sich nach wie vor die Geister. Von Veronika Schade

Zwar stimmte die Stadtverordnetenversammlung bei ihrer vergangenen Sitzung mehrheitlich für die Magistratsvorlage zu „Unterhaltung und Besuchermanagement“ des Wetterhauses auf dem Buchhügel – dank der Stimmen der Koalition. CDU und FDP blieben jedoch bei ihrem entschiedenen Nein. Die Kosten für den Bau liegen bei rund 1,3 Millionen Euro. Die Stadt Offenbach stellt zudem dem Betreiber, der Offenbacher Stadtinformations-Gesellschaft (OSG), Mittel in Höhe von 17.500 Euro zur Verfügung. Sie sind zweckgebunden für Broschüren, Lernmaterial und Veranstaltungen des Wetterparks.

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„Kleinvieh macht auch Mist, das summiert sich“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Freier. Dass für so ein Projekt Geld ausgegeben werde, während die Schulbausanierung und andere bürgernahe Dinge auf der Strecke blieben, sei nicht nachvollziehbar. Die Stadt mache Verluste, obwohl vor zwei Jahren vorgerechnet worden sei, dass die OSG den Betrieb mit zusätzlichen Einnahmen aus Werbeflächen komplett finanziere. „Wie soll man das den Vereinen draußen erklären?“, blickt Freier auf die Koalition und legt nach: „Machen Sie nur so weiter, dann löffeln Sie die Suppe richtig schön aus.“

SPD-Stadtverordneter Holger Hinkel verteidigt erwartungsgemäß das Vorhaben. „Das Besucherzentrum bringt eine Reihe von Synergien mit sich, es ist kein beliebiges Prestigeobjekt“, betont er. Das Projekt arbeite ein Alleinstellungsmerkmal Offenbachs heraus. „Mit wenig Aufwand und vergleichsweise kleinen Summen können wir hier einen Edelstein zum Funkeln bringen“, so Hinkel. „Sie müssen es nicht teilen, aber auch nicht ständig diffamieren“, sagt er zu den Christdemokraten.

Rückendeckung bekommt die SPD von den Grünen. „Der Erfolg des Wetterparks lässt die Kritik falsch aussehen“, findet Stadtverordneter Edmund Flößer-Zilz. Die CDU sei schon immer gegen den Park gewesen und solle sich künftig in dieser Frage „zurückhalten zum Nutzen Offenbachs“. Offenbach brauche viel mehr dieser „kleinen, wunderbaren Projekte“, die ein wichtiger weicher Standortfaktor seien. Allerdings machen auch die Grünen sich Gedanken um die Finanzierung des laufenden Betriebs. „Mit einem Zuschuss aus Regionalpark-Mitteln über fünf Jahre ist es nicht getan. Der Regionalpark Rhein-Main muss weiterhin dabei bleiben“, betont Flößer-Zilz.

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