Synchron zum Sieg

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Mit Drachenkraft über den Main.

Offenbach (tk/man/mad) ‐ Im dritten Rennen des Beginners-Cups gilt es für die Besatzung des Leserboots. Nach dem Startschuss legen sich sechs Frauen und zwölf Männer mächtig ins Zeug.

20 Meter vor dem Ziel liegen sie auch vorn, doch im Finish zieht der „Kaiser-Wilhelm-Drache“ noch an ihnen vorbei. Der „Grüne Drache“ mit Bürgermeisterin Birgit Simon und Fraktionschef Peter Schneider hechelt beiden etwas hinterher.  „Die letzten Meter hat die Kraft gefehlt“, analysiert Dieter Trautwein, der gesundheitsbedingt beim 8. Dragon-Cup der Sportgemeinschaft Wiking nicht im Leserboot mitpaddeln kann, aber als „Teamchef“ die Truppe betreut. „Insgesamt musste ich fünfmal umstellen,“ erzählt er später von Problemen zwischen den Rennen des Tages. Einigen sei übel geworden. „Das kann leicht passieren, wenn man es nicht gewohnt ist, sich mit dem Boot auf dem Wasser zu bewegen“, sagt der Mühlheimer Metzgermeister im Ruhestand.

Trotz solcher Widrigkeiten gelingt dem Leserboot der Offenbach-Post ein siebter Platz von 17 Booten im „Beginners-Cup“. Vorher hat es im „Hoffnungslauf“ einen klaren Sieg hingelegt und sich anschließend noch für das kleine Finale qualifiziert.

In diesem samstäglichen Wettbewerb für die nicht so geübten Drachenbootfahrer gewinnen die „IPA-Dragons Main-Rodau“. Das sind Polizisten und Mitarbeiter von Ordnungsämtern. Silber geht an das „Grisu Team I“ von der BHF-Bank, es folgen „Die wärklich Gude“, ein zusammengewürfelter Haufen aus OFC-Fans und Trainingsgenossen in einem Fitness-Studio.

Das Rennen in Bildern

50 Teams bei Dragon-Cup

Wenn beim Offenbacher Dragon Cup der letzte Platz im Gesamtklassement ähnlich begehrt ist wie die Rote Laterne bei der Tour de France, dann kann sich der „Grüne Drache“ freuen. „Wir sind erster - von hinten,“ kommentiert Brigitte Koenen das Ergebnis des Boots der Offenbacher Grünen.

Sie müssen sich gut vorbereitet haben, die Schüler aus der zehnten Klasse der Schillerschule Offenbach. So synchron, wie die achtzehn Paddel im Rhythmus zu den Trommelschlägen ins Wasser stechen, kann das nur mit Übung klappen. Sport- und Politiklehrer Edward Kaczmarczyk hat das Training im Vorfeld geleitet. „Wir haben viel an den Geräten und in den Booten der Wiking trainiert“, sagt er.

Seine „Crazy Dragons“ messen sich im Junior-Cup mit den „Paragrafenreitern“ der Offenbacher Theodor-Heuss-Schule, den „Atzen der HBS“ der Rodgauer Heinrich-Böll-Schule und den „ARS-Dragon-Fighters“ der Heusenstammer Adolf-Reichwein-Schule.

„Wir machen die Schillerschüler noch bei uns fit, damit die uns schlagen“, scherzt Detlef Reissmann. Der ist nicht nur Vorsitzender der Sportgemeinschaft Wiking und mit seinem Bruder Manfred Organisator und treibende Kraft des Dragon-Cups. Er ist auch Lehrer an der Heusenstammer Adolf-Reichwein-Schule und macht deren „Dragon-Fighters“ am Samstag den Trommler. Am Ende gewinnen die gut vorbereiteten „Crazy Dragons“.

Knapp 50 Teams hatten sich gemeldet

Zum fünften Mal hat die Sportgemeinschaft Wiking 1903 für zwei Tage in Zusammenarbeit mit der Stadt zum Dragon-Cup ans Mainufer vor dem Isenburger gerufen - die drei Regatten vorher fanden vor dem Wiking-Bootshaus am Nordring statt. Die Rennen sind inzwischen echte Publikumsmagneten, wenn auch in diesem Jahr das unsichere Wetter so manchen Zuschauer fern gehalten hat.

Knapp 50 Teams haben gemeldet. Sie kommen nicht nur aus Stadt und Kreis Offenbach oder aus Frankfurt. Für den Sports-Cup der „Profis“ haben auch Mannschaften aus Marburg, Gießen, Lohr oder Butzbach gemeldet. Stolz ist Detlef Reissmann darauf, dass sich die Frankfurter mehr und mehr locken lassen, die mit dem Team „Blue Energy“ der Mainova AG einen der Favoriten stellen. In der mittleren Kategorie des Fun-Cup gibt es gar mit „Main Loong“ ein chinesisches Privatteam. Die gute Organisation in Offenbach hat sich hessenweit herumgesprochen.

Beim „Ladies-Cup“ sind die Damen unter sich. Das Finale verläuft spannend. Die Frauen von „Pussy Dragons Deluxe“ des Frankfurter Kanuvereins haben knapp die Nase vor den „Amazonen“, einem Team aus verschiedenen Drachenbootmannschaften. Nicht weit dahinter landet „Lady Lounge Sharks“ vom Frauen Fitness Club in Offenbach auf Rang drei. Hintendran die „Flussschneckcher“, die „Print Prinzessinnen“ und die „Lift Off Ladies“. Am Samstagabend gewinnt „Blue Energy“ der Mainova den anspruchsvollen Fraport-Sprintcup - statt auf 250 Metern muss auf nur 150 Tempo gemacht werden. Den Sports-Cup entscheidet am Sonntag die „Schwarz(e) Flotte“ aus Marburg für sich.

Manfred Reißmann, der die Rennen am Mikrofon begleitet hat, übergibt die Pokale. Es gibt auch einen Preis für „Das beste Outfit“. Den bekommt am Samstag die Katholische Jugend Bieber als Biene-Maja-Volk. Am Sonntag sind die Originellsten die „Rodheimer Flowerpower“, die Preise stiftet die Offenbach-Post. Unsere Zeitung gehört zu den Sponsoren der Veranstaltung, die ein Drachenboot ausrüsten - erkennbar an der Heckstandarte. Weitere Paten sind Fraport, Sparkasse Offenbach, K+K Getränke Heerbach Mineralwasser und Daimler-Benz Frankfurt/Offenbach.

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