Parkleitsystem

Mit System zu freien Plätzen

+
Was lange währt... Die Stadt erhält ein Parkleitsystem, das diesen Namen auch verdient.

Offenbach - Was lange währt... Die Stadt erhält ein Parkleitsystem, das diesen Namen auch verdient. Bis zum Weihnachtsgeschäft soll’s laufen. Einziger Haken: Nicht alle Parkhausbetreiber machen dabei mit. Von Martin Kuhn

Eigentlich glaubt keiner mehr richtig dran. So wird die jüngste Anfrage des CDU-Stadtverordneten Michael Weiland verständlich, „ob es 2012 wieder nur bei Ankündigungen bleibt“.

Oberbürgermeister Horst Schneider erwidert im Parlament: „Wir sind guter Hoffnung, dass es diesmal etwas wird. “ Das untermauert der lokale Verkehrsplaner Hans-Joachim Bier-Kruse. Seit Freitag werden die Fundamente für 18 teils dynamische Anzeigetafeln fürs Parkleitsystem gegossen.

Es ist eine der leidigen, ja geradezu leidvollen Offenbacher Geschichten: Während die Parkplatzsuchenden ein System erwarten, das die Zahl der freien Stellplätze anzeigt, war es für einige Politiker damit getan, den Verkehr dorthin zu lenken. Bier-Kruse betont daher: „Die Autofahrer wurden niemals allein gelassen.“ Ihnen stehen derzeit in öffentlichen Parkhäusern und Tiefgaragen rund um die Offenbacher Fußgängerzone mehr als 2 700 Plätze zur Verfügung.

Lang erhoffter Parkservice

Nun erhalten Kunden und Handel aber den lange erhofften, teils erwarteten Parkservice an den großen Zufahrtsstraßen wie Berliner Straße, Rathenaustraße, Waldstraße oder Mathildenstraße – und das rechtzeitig vor dem großen Weihnachtsgeschäft. Installation und Betrieb sind mit gewissen Einschränkungen verknüpft.

Die 18 Anzeigetafeln, die in den nächsten Wochen montiert werden, sind nicht allesamt mit der umfangreichen Technik ausgestattet. „Die Hälfte ist statisch, die Hälfte dynamisch“, sagt der Verkehrsplaner. Kritische Stimmen könnten jetzt anmerken, das sei nur ein halber Schritt in die richtige Richtung, aber laut Bier-Kruse sind diese Tafeln in Modulbauweise aufgebaut, also erweiterbar.

Nach seinen Worten sorgt die Stadt für die notwendige Infrastruktur sozusagen bis zur Einfahrt der Parkhäuser. Der Rest sei Sache der jeweiligen Betreiber, die eine „kleine Investition“ tätigen müssten. Zum Mitmachen ist niemand verpflichtet. „Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Falls es sich jedoch nach der Einführung jemand anders überlegt, sei eine Aufnahme ins Offenbacher Parkleitsystem dank besagter Modulbauweise jederzeit möglich. Damit’s funktioniert und für eine echte Orientierung sorgt, ist die Zahl der freien Stellplätze in Echtzeit ins Computersystem einzuspeisen, das daraus die Anzeigen generiert.

Lange Atem zahlt sich aus

Wohlwollend ließe es sich so formulieren: Der lange Atem der Stadt zahlt sich aus, da die technische Entwicklung heute vieles ermöglicht und weitaus kostengünstiger macht als noch vor zwei Jahrzehnten. Da hätte der elektronische Lotsen-Service, den der Verwaltungschef „in Städten wie unserer sowieso nicht überschätzen“ mag, einen Millionen-Betrag verschlungen. Mehrere Kilometer Kabel hätten vergraben und verbunden werden müssen.

Nun ist das alles dank leistungsfähiger Datenübertragung per Funk für prognostizierte 221 000 Euro zu haben, wobei Offenbach 150 000 Euro Zuschüsse nach dem sogenannten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz erhält. Aber nicht allein die Datenübertragung ist einfacher geworden: Auch die Schilder sind dank moderner Modul-Technik variabler und jederzeit erweiterbar. Selbst eine Laufschrift kann eingespeist werden – über den zentralen Rechner, der bei der Energieversorgung steht.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare