Täter nach zwölf Jahren gefasst

Offenbach (ale) - Dass die Ermittler der Polizei einen langen Atem haben, beweist ein aktueller Fall um eine Schießerei in Offenbach:

Einen seit mehr als zwölf Jahren untergetauchten Kriminellen nahm die Kripo nun fest. Im April 1998 hatte der jetzt 37-Jährige während einer Auseinandersetzung vor einer Gaststätte in der Mathildenstraße auf drei Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien geschossen und sie dabei schwer verletzt.

Der Streit, bei dem es wohl um ein Mädchen ging, eskalierte. Der jetzt Festgenommene war in Begleitung einer seiner Brüder und weiterer Männer, als er die Auseinandersetzung mit den jugoslawischen Männern vor dem Lokal suchte, in dessen Folge die Schüsse fielen. Seitdem wurde der damals 25-Jährige mit Haftbefehl wegen dreifachen versuchten Totschlags gesucht.

Im Februar Haftbefehle gegen Zwillingsbrüder

Sich jetzt offensichtlich in Sicherheit wiegend, kam der in der Türkei Geborene nun zurück in die Lederstadt und wurde festgenommen. Inwieweit er auch in einem großen Verfahren wegen Schutzgelderpressung eine Rolle spielt, das seit Februar gegen seine Brüder, die einen Kickboxclub in Offenbach betrieben, anhängig ist, werden weitere Ermittlungen klären.

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Zwillingsbrüder als Schutzgelderpresser in Verdacht

Dort stehen Zwillingsbrüder aus Offenbach, die im großen Stil Schutzgelder von Geschäftsleuten aus der Region erpresst haben sollen, im Fokus der Ermittler. Das Duo soll dabei Beute erlangt haben, die sich deutlich im sechsstelligen Eurobereich bewegt. Nach langwierigen Ermittlungen wurden im Februar gegen die Zwillingsbrüder Haftbefehle erlassen. Einer von ihnen wurde seinerzeit beim Grenzübertritt von Frankreich nach Italien festgenommen und sitzt seitdem in Haft, der andere ist noch flüchtig. Hinweise zum Aufenthalt des mit europäischem Haftbefehl Gesuchten nehmen die Ermittlungsbehörden entgegen.

Beamte hoffen auf weitere Ausagen

„Durch die Ermittlungen wurde eines besonders deutlich: Schutzgelderpressung kann nur ein Ende finden, wenn die Polizei eingeschaltet wird", betonte Polizeipräsident Günter Hefner. „Sicherlich gibt es mehr Opfer, als bislang bekannt sind. Aber wer aus Angst vor den Erpressern schweigt, wird Opfer bleiben.“

Und so hoffen die Beamten der Ermittlungsbehörden, dass nun, nach der Festnahme des älteren Bruders der Zwillinge, weitere Geschädigte den Mut finden, Aussagen vor der Polizei zu machen. Für Zeugen oder Opfer ist auf der Rufnummer 069/8098-1234 eine Hotline geschaltet, die rund um die Uhr erreichbar ist.

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