Viele Schüler beim „Tag des Handwerks“ in Offenbach

„Tag des Handwerks“: Hämmern, bohren und schrauben

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Offenbach - Schüler wissen oft nicht viel über Berufe. Daran will der „Tag des Handwerks“ in Offenbach etwas ändern. Von Harald H. Richter

Die mittlerweile achte Kooperationsvereinbarung mit einer Schule hat die Kreishandwerkerschaft von Stadt und Kreis Offenbach besiegelt und damit ihr Bemühen um beruflichen Nachwuchs nochmals verstärkt. Der „Tag des Handwerks“ unter Schirmherrschaft von Landrat Oliver Quilling gestern in Offenbach-Bieber/Waldhof bildete den Rahmen zur Entgegennahme der Dokumente durch den Leiter der Hermann-Hesse-Gesamtschule in Obertshausen, Michael Weis, und den für Berufsorientierung zuständigen pädagogischen Leiter Dietmar Borrmann.

„Wir wollen jungen Menschen die Vielfalt der Möglichkeiten in den einzelnen Berufen aufzeigen, und das kann man am besten in und mit den Schulen tun“, erklärte Kreishandwerksmeister Wolfgang Kramwinkel. Nach seiner Darstellung hätten die bisherigen sieben Abkommen mit weiterführenden Schulen aus der Region gezeigt, dass das Konzept aufgehe: eine Kombination aus Präsenz des Handwerks bei den jeweiligen Bildungseinrichtungen und berufswegbegleitender Information von Schülern in den Betrieben beziehungsweise auf Messen und Ausbildungsbörsen. Die Kreishandwerkerschaft führt Gespräche mit zwei weiteren Bildungseinrichtungen, um auch mit ihnen Vereinbarungen abzuschließen. „Dann dürften wir langsam an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen“, so Kramwinkel.

Unter dem Motto „Leidenschaft ist das beste Werkzeug – Pack mit an!“ beteiligten sich mit vielseitigen Angeboten ihrer offenen Werkstätten etwa ein Dutzend Innungen der Region am „Tag des Handwerks“ – vom Kraftfahrzeughandwerk, den Raumausstattern und den Friseuren über die Sanitär- und Heiztechniker bis zu den Metallbauern. Auch die Arbeitsagentur Offenbach, Krankenkassen und Kreditinstitute waren mit eigenen Ständen präsent. Rund 300 Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe nutzten die Gelegenheit zur Mitnahme von reichlich Informationsmaterial, durften aber auch selbst Hand anlegen, um etwa am Stand von Schreinermeister Martin Born ein Holzstück zu bearbeiten. Der langjährig ausbildende Dudenhofener Betrieb hat zu Beginn des Lehrjahres seinen achten Berufsstarter unter Vertrag genommen. „Wir unternehmen auch weiter große Anstrengungen, um jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen“, so Born.

Top Ten der unbeliebten Berufe

Das setzt voraus, dass Jugendliche sich für Berufe im Handwerk begeistern lassen. Mitunter bedarf es da Überzeugungsarbeit. Dieser Herausforderung stellt sich Simon Meierl, Ausbildungsbotschafter der Kreishandwerkerschaft. Seine Aufgabe: Werben vorrangig für jene Branchen, die keinen großen Zulauf erfahren. „In einigen Berufszweigen, zum Beispiel in der Lebensmittelbranche, können leider nicht alle freien Lehrstellen besetzt werden“, bedauerte Kreisgeschäftsführer Uwe Czupalla. Vor allem die Berufe Bäcker und Fleischer würden nur wenig nachgefragt.

Den „Tag des Handwerks“ nutzten etliche Betriebe der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik, um Jugendliche auf freie Lehrstellen in 2016 hinzuweisen. Und an diversen Ständen durfte geschraubt, gehämmert und gebohrt werden. Fachliche Erläuterungen vor allem aber Selbsterfahrung an der Werkbank sammeln durften die jungen Besucher nach Anleitung durch Gas-Wasser-Installationsmeister Stefan Quadt, dessen Fachbetrieb seit 1998 im Stadtteil Bürgel ansässig ist. Gemeinsam mit ihm machte die August-Bebel-Schule aus Offenbach auf Einzelheiten des Lernens im Dualen System aufmerksam.

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