Kapital trägt Kulturzinsen

Offenbach - „Kinder müssen auf der Bühne stehen!“ Sandra Sedlaczek weiß das: Die Leiterin der Tanzbühne Locomotion bringt 250 Zwei- bis 18-Jährigen bei, sich tänzerisch auszuleben. Von Markus Terharn

Ihren großen Auftritt sollen sie bei fünf Aufführungen des Kindermusicals „Kleiner König Kalle Wirsch“ im Capitol haben. Dafür spendiert die Kulturstiftung der Städtischen Sparkasse Offenbach 4000 Euro. Falls ein Erlös bleibt, geht er an den Verein „In Bewegung“, der behinderte Kinder zum Tanzen bringt.

Aus dem Stiftungskapital von 2,3 Millionen Euro stehen für das laufende Jahr Erträge von 53.500 Euro zur Verfügung. Auf Vorschlag des Kuratoriums hat der Vorstand zwei Drittel der Summe über 17 Projekte (von 25 beantragten) ausgeschüttet. Die abgelehnten Anträge passen nicht mit der Satzung überein oder betreffen Investitionsvorhaben. „Wir unterstützen aber lieber Aktivitäten“, betont Sparkassenvorstand Guido Braun. „Auf 100.000 Euro im Jahr wollen wir kommen“, berichtet er und hofft auf höhere Zinsen. Im September ist die nächste Sitzung vorgesehen.

Kinder aus aller Herren Länder

Zu den geförderten Projekten gehören die „2. Ketteler-Musiktage“ des Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrums. 650 jungen Menschen lässt die Einrichtung auf der Rosenhöhe Erziehungshilfe angedeihen. Kinder aus aller Herren Länder, die nicht auf der Sonnenseite stehen, sollen lernen, ihre Gefühle auszudrücken, erläutert der geschäftsführende Heimleiter Peter Eckrich. Der Seligenstädter Regionalkantor Thomas Gabriel und der Offenbacher Musiker Peter Krausch bereiten die Teilnehmer vor. Musik aus den Kulturkreisen, denen diese entstammen, fließt ein ins Programm „O sing, all you nations“. Begleitet von einem Profi-Orchester schlägt die Stunde der Wahrheit am Sonntag, 28. Oktober, in Dreifaltigkeit.

Dafür gibt es ebenso 2000 Euro wie für einen Kulturabend der Marienschule. Die erste Ausgabe am Freitag, 7. September, auf dem Sportplatz ist eine interne Sache für Schülerinnen, Angehörige und Freunde. Bei Erfolg soll daraus eine öffentliche Veranstaltung werden. „Gesang, Musik, Tanz, eventuell Gedichte“, so Katja Werner vom Elternbeirat, sollen emotionale und kreative Seiten der Mädchen zeigen.

Außerdem unterstützt die Stiftung

Traditionell freut sich Kulturbürochef Ralph Philipp Ziegler über Geld für Capitol Classic Lounge, Theateressenz, Kammerkonzertreihe „Senza Piano“ und Vortragsreihe „Ariadnes Fäden“.

Außerdem unterstützt die Stiftung: das Projekt Menschenrechte von t-raum und Klingspormuseum am Sonntag im Büsingpark; eine „Kunstaktion vor Ort“ der Jugendkunstschule; die „Jazzvoices“ des Jazz e.V.; die Flanier- und Picknickkonzerte von Musik im Park; „10 Films from Urban Africa“ des Vereins suesswasser; die Herausgabe eines Spiralcurriculums der Stadtbücherei; Texttafeln zur Restaurierungswerkstatt des Ledermuseums; die Ausstellung „Gewalt“ des Bunds Offenbacher Künstler; das Musical „13 – Thirteen“ des Leibnizgymnasiums; ein Projekt der Akademie für interdisziplinäre Prozesse; sowie den Kulturtag „Neue Räume“ der Rudolf-Koch-Schule.

Rubriklistenbild: © Elisabeth Erbe / pixelio.de

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