Mit Taktgefühl an der Spitze

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Einen Verein zu führen, bedeutet in erster Linie Büroarbeit. Die Erfahrung macht Carlo Enders seit 41 Jahren.

Offenbach ‐ Eigentlich gibt es nichts, was noch nicht über Carlo Enders gesagt und geschrieben wurden. Und gesagt und geschrieben wurde einiges in den vergangenen 55 Jahren, denn Enders hat viel getan – für die Stadt, für den Club Maingold-Casino und für den Tanzsport. Von Katharina Skalli

Dafür bekommt er heute das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens. Und das wurde definitiv noch nicht geschrieben.

Das alles weiß Enders selbst am besten und steht dennoch immer wieder für Interviews bereit. Gut überlegt und sachlich gibt er seine Antworten. Souverän und erfahren tritt er auf. Eigenschaften, die er bereits in den 50er-Jahren bei der Tanzschule Grasmuck entwickelte. Noch heute tanzt er. Jedoch nur bei bestimmten Anlässen und ganz privat. Den Turniertanz hat er schon nach etwa sechs Jahren aufgegeben und als Richter die Seiten gewechselt. Auch fürs Foto möchte er keine Ausnahme machen. „Ich bin Funktionär, kein Tänzer“, erklärt er. Geblieben ist die Liebe für einen Tanz: den Slowfox. „Gespielt von Hugo Strasser ist das ein Nonplusultra.“

Untrennbar miteinander verbunden

An seinem Haus hat Maingold einen eigenen Briefkasten. Wenn Post für den Verein kommt, landet sie bei ihm. Carlo Enders und der Tanzsportclub sind untrennbar miteinander verbunden. Seit 1964 ist er Mitglied, seit 1969 Vorsitzender. Mindestens zehn Stunden in der Woche sitzt er in seinem Büro im obersten Stock des Hauses und kümmert sich um die Belange des Clubs. 27 Deutsche Meisterschaften haben er und der Verein ausgerichtet und nahezu genauso lang das „Sport-Festival“ betreut, aus dem sich die Sportgala entwickelt hat, die heute das Sportbüro organisiert. Diese Veranstaltungen bilden für den ehemaligen Bewertungsrichter noch heute die absoluten Höhepunkte seiner ehrenamtlichen Karriere. Aufzählungen seiner Tätigkeiten und Auszeichnungen ergeben lange Listen: Bronzene Ehrennadel des Deutschen Tanzsportverbandes, Bürgermedaille in Silber der Stadt Offenbach, Ehrenplakette in Gold des Sportkreises Offenbach...

Das ehrenamtliche Engagement für seine Heimatstadt reicht weit. Er ist Mitglied in der Sportkommission und saß lange Zeit im Sportkreisvorstand. Mit dieser kurzen Aufzählung sind noch lange nicht alle Aktivitäten genannt. Eigentlich legt der Vorsitzende auf Auszeichnungen keinen Wert. Für sein Engagement erwartet er keine Gegenleistung. Und dennoch freut er sich, wenn seine Arbeit Anerkennung erfährt.

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