Schlägerei auf dem Wilhelmsplatz

Tanz in den Mai: Schönes Fest endet unschön

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Offenbach - Also, das zunächst mal vorneweg: Es war ein schönes Fest. Allerdings endete es in einer großen Schlägerei. Um die viertausend Besucher tanzten am Mittwochabend auf dem Wilhelmsplatz in den Mai, Offenbach zeigte sich von seiner viel zu wenig sichtbaren besseren Seite.

Dass die Veranstaltung dann am frühen Donnerstagmorgen wegen einiger vermutlich alkohol- und testosterongeschwängerter Gäste mit einem massiven Polizeieinsatz endete, soll nicht schmälern, dass zuvor die Massen ausgelassen und friedlich feierten. Der Wilhelmsplatz gegen 23 Uhr: In und vor den Kneipen rund um Offenbachs Schmuckstück drängt sich das Party-Volk. An der Ostseite wummern die Bässe von der Bühne, findet sich bei Caipirinha und Flaschenbier eher die Generation U 30 ein. Gegenüber, zwischen Brasserie und Taverna, stellen sich Weißwein- und Weißbier-Fraktion zum Sirtaki auf, darf im Beau D ´ Eau auf dem viel genutzten Weg zur Toilette zur Mucke vom DJ abgetanzt werden. Stammpublikum trifft sich im Markthaus.

Dem OB, der wenige Stunden zuvor im Rathaus ausnahmsweise mal relativ positive Zahlen zu den städtischen Finanzen verkünden konnte, fällt zu später Stunde ein offenbar guter Bekannter um den Hals. Allein störend zu diesem Zeitpunkt: Die große Zahl von leeren Flaschen und Gläsern – viele sind offensichtlich von wohl meist jüngeren Besuchern selbst mitgebracht worden –, die teilweise zerbrochen das Pflaster bedecken.

Wann die Stimmung auf der Ostseite gekippt ist, vermag auch die Polizei gestern nicht genau zu sagen. Überhaupt ist man in der Pressestelle eher einsilbig, spielt das Ganze unverständlicherweise herunter. Sicher ist: Mehrere Anrufer berichten gegen 2.30 Uhr von einer Schlägerei, die Ordnungsmacht rückt mit zahlreichen Streifen aus, zum Teil werden Kräfte aus dem Landkreis hinzugezogen. Am Ort des Geschehens sind dann 20 bis 30 Leute als Beteiligte ausgemacht, bei fünf von ihnen ist eine Personalienfeststellung fällig. Ansonsten: keine Verletzten, kein Sachschaden, „kein strafrechtlich relevanter Sachverhalt“, wie der Polizeisprecher gestern zu Protokoll gibt.

Tanz in den Mai auf dem Wilhelmsplatz (2011)

Tanz in den Mai auf dem Wilhelmsplatz

Aber angesichts der vielen Einsatzkräfte fängt die Stimmung an, sich zu drehen, werden Polizisten aus der Menge heraus angepöbelt. Die Beamten sperren das Areal rund um den Tatort, der dann offenbar doch keiner war, ab, der „Tanz in den Mai“, den zu dieser frühen Stunde noch um die 1000 Besucher feiern wollen, wird gegen 4 Uhr aufgelöst. „Es war trotzdem ein gelungenes Fest“, bilanziert gestern Eric Münch vom Markthaus, wo man die den Polizei-Einsatz wohl auslösenden Schlägerei überhaupt nicht mitbekommen hat. Münch hat mit seinem Bruder Jörg vor acht Jahren den „Tanz in den Mai“ auf dem Wilhelmsplatz ins Leben gerufen, und mittlerweile besteht kein Zweifel mehr daran, dass das Fest einen festen Platz im Offenbacher Veranstaltungskalender hat. Damit das auch so bleibt, werden sich die Wirte im Nachgang zur 2014er-Sause zusammensetzen und darüber nachdenken, wie so ein unschönes Ende verhindert werden kann, kündigt Eric Münch an. Möglicherweise müssten Sicherheitspersonal oder auch Absperrrungen in Betracht gezogen werden, sagt er.

Bei einer Feier zum 1. Mai an der Egelsbacher Waldhütte ist es ebenfalls zu einer Massenschlägerei gekommen. Etwa 30 Menschen prügelten aufeinander ein, die Schläger benutzten sogar Waffen.

Mai-Fire in der Bürgerhalle Eppertshausen

Mai-Fire in der Bürgerhalle

(mad)

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