Taxi-Räuber sind geständig - zumindest teilweise 

Offenbach (vs) - Seit Beginn des Jahres hat eine Serie von Taxi-Aufbrüchen die Polizei in Atem gehalten - nun scheinen die Fälle geklärt: Die Kriminalpolizei hat zwei 18-jährige Offenbacher auf frischer Tat ertappt.

Zwischen 30. Januar und 4. Juli gab es in Offenbach insgesamt elf Einbrüche in Taxis. In allen Fällen rief ein Mann bei der Zentrale an und orderte ein Taxi. Nachdem der Fahrer den Abholort erreichte, jedoch keinen Fahrgast antreffen konnte, stieg er aus, verschloss das Taxi und hielt Ausschau nach dem Auftraggeber. Diesen Umstand nutzten die Täter aus, schlugen die Seitenscheiben der Fahrzeuge ein und entwendeten daraus Geldbörsen sowie Handys.

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In einem Fall beobachtete eine Zeugin die Täter von ihrem Balkon aus - sie konnte der Polizei wichtige Hinweise geben, die die Ermittler zum ersten Tatverdächtigen führten. Am 18. Mai nahm der Betreiber der Taxizentrale den zweiten fest. Der Geschäftsmann hatte bei einem Auftrag Verdacht geschöpft und folgte heimlich seinem beauftragten Fahrer. Es kam wie geahnt: Kaum hatte der Chauffeur den Wagen verlassen, wollten zwei junge Männer in die Taxe einbrechen. Einen konnte der Taxenchef festnehmen - dem zweiten gelang die Flucht. Der Festgenommene, der als Mehrfach- und Intensivtäter geführt wird, schwieg sich seinerzeit zum Tatvorwurf aus und musste nach dem Verhör zunächst wieder entlassen werden.

Im Jugendknast nennt er den Komplizen

Nun waren die Beamten jedoch an beiden Tatverdächtigen „dran" und fanden weitere Hinweise: Am Freitag zogen sie los, um die Wohnungen des Duos mit richterlichem Beschluss zu durchsuchen. Einer der beiden war nicht zuhause, da er sich seit dem 15. Juli wegen anderer Taten in der Gelnhausener Jugendarrestanstalt befindet. Bei der Durchsuchung seiner Zelle fand die Polizei ein wichtiges Beweisstück. Angesichts des Fundes legte der 18-Jährige ein Geständnis ab und benannte als Komplizen den bereits bekannten Mehrfach- und Intensivtäter. Er stellte sogar in Aussicht, weitere Taten zuzugeben, wollte sich diesbezüglich aber vorab mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzen.

Auch der als Komplize beschuldigte 18-Jährige legte inzwischen ein Teilgeständnis ab - er gab zu, was nicht mehr zu verheimlichen war und durfte danach wieder auf freien Fuß; die Ermittlungen der Kriminalpolizei in dieser Sache dauern jedoch an. Als „Nebenprodukt" dieser Ermittlungen sieht das Raubkommissariat in Offenbach fünf Fälle als geklärt an, darunter zwei Überfälle, die sich am 24. Juni und am 9. Juli ereigneten; im Tatverdacht steht ein 16-jähriger Offenbacher, der mit dem schon bekannten Mehrfach- und Intensivtäter gemeinsame Sache gemacht haben soll - insbesondere den Diebstahl eines Handys dürfte er am 8. Juni zusammen mit dem 18-Jährigen verübt haben. In der Vernehmung gestand der 16-Jährige daraufhin, dass er am 24. Juni in der Fritz-Remy-Straße einen etwa Gleichaltrigen überfallen habe. Am 9. Juli habe er in der Salzburger Straße einen 16-Jährigen „besucht" und ihm ein Laptop „gerippt". Die Unterschlagung einer Goldkette und einen weiteren Handy-Diebstahl räumte der junge Mann ebenso ein. Auch er durfte zunächst wieder nach Hause; aber auch dabei gilt: Die Ermittlungen dauern an.

Rubriklistenbild: © dpa

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