Teichsanierung beginnt

Offenbach - Geruchsintensiv kann’s während der Aushubarbeiten schon werden, gibt Fachreferent Michael Sperber vom Stadtplanungsamt zu. Empfindliche Nasen sollten sich darauf einstellen. Von Harald H. Richter

Gemeint sind die zu erwartenden Beeinträchtigungen, die von den Anwohnern in Kauf zu nehmen sind, wenn in der kommenden Woche die Sanierung der Teiche im Quartier zwischen Elbestraße und Gersprenzweg beginnt.

30 Einwohner des Stadtteils Tempelsee haben sich im Emil-Renk-Heim zur Bürgersprechstunde mit dem Verwaltungschef eingefunden. An dessen Seite ist neben Sperber auch noch Oliver Gaksch von der Stadtservice-Gesellschaft ESO, um Bürgerfragen zu beantworten.

Zunächst erläutert Sperber den Ablauf der Sanierung der 3 000 Quadratmeter großen Wasserfläche. Anfang der 80er Jahre hatte man das letzte Mal eine derartige Säuberung der beiden Teiche vorgenommen. Nun mussten 31 Bäume am Ufer gefällt werden, weil sie die Ursache für die zunehmende Verlaubung des ruhenden Gewässers waren, das sich aus Schichtenwasser speist. 52 weitere Bäume wurden „auf Stock gesetzt“, sind also nachwachsende Gehölze, wie zum Beispiel Erlen.

Bevölkerung schätzt Naherholungsgebiet

Das knapp ein Hektar große Gelände hinter dem Emil-Renk-Heim wird von der Wohnbevölkerung als Naherholungsgebiet geschätzt. Dessen Mischung aus Baumbestand, parkähnlicher Struktur und Wiesenflächen soll nach der Sanierung erhalten bleiben. „Doch erst einmal müssen 2 000 Kubikmeter Schlamm herausgenommen werden“, kündigt Sperber an.

Der Aushub wandert nicht zur Deponie, sondern wird für landwirtschaftliche Zwecke wiederverwendbar sein. Für die Gesamtmaßnahme sind 310 000 Euro veranschlagt. „Zuschüsse gibt es nirgendwoher“, bemerkt der OB.

Bis Ende April dürfte die Entschlammung dauern, dann ist die Teichsohle neu zu profilieren. Sind beide Teiche leer, kann die Renaturierung beginnen. Vorgesehen sind Anpflanzungen unter anderem von Schilfröhricht und Binsen. Etwa 20 Bäume werden „aufgeputzt“, Sträucher und Bodendecker auf etwa 300 Quadratmetern Uferfläche gerodet. Schließlich gilt es die durch die Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogenen Wege auf einer Fläche von fast 800 Quadratmetern wiederherzustellen. Spätestens Ende Mai kann die Anlage wieder genutzt werden.

Diese Botschaft von der zu erwartenden Verbesserung ihres Wohnumfelds hören die erschienenen Bürger gern. Sie selbst bringen auch einige durchaus kritische Themen vor. Es sind die eher kleinen Sorgen und Nöte, die ihnen auf den Nägeln brennen. Das Spektrum reicht vom Hundekot bis zu Erfahrungen mit dem Bürgeralarmsystem, von der ordnungsgemäßen Befestigung des Eingangs der vor ihrer Wiedereröffnung stehenden, sanierten Waldschule bis zur Verkehrssituation am Schulzentrum Buchhügel. Hier wie dort geht’s ums Geld, genauer ums fehlende.

Viele Frostschäden gefährden Passanten

Vor allem am Ende des Winters treten überall auf Straßen und Wegen Frostschäden zu Tage, die Passanten wie Verkehrsteilnehmer gefährden können. Exemplarisch wird von Anwohnern der Abschnitt des Fuldawegs zwischen Rheinstraße und Niddaweg genannt. Aber auch an der Oberen Grenzstraße und in deren Verlängerung am Lohrweg reiht sich ein Schlagloch ans nächste. An anderer Stelle sind offenbar ehemalige Brunnenkammern abgesackt beziehungsweise eingefallen.

ESO-Sprecher Gaksch weiß um die alljährliche Problematik brüchiger Bitumendecken. Er versichert, dass die Mitarbeiter der städtischen Gesellschaft unterwegs sind, um die Schäden zu dokumentieren und mit vorhandenem Gerät auszubessern.

Für eine grundlegende Erneuerung dieser und anderer Verkehrswege hat die Stadt freilich kein Geld, „so wünschenswert das auch sein mag“, macht der Oberbürgermeister unmissverständlich klar.

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