Die Telekom langt richtig hin

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Beste Lage: Die Schaltkästen stören die geplante Umgestaltung des Außengeländes vor dem neuen Studentenwohnheim.

Offenbach ‐ Das neue Studentenwohnheim an der Ecke Hermann-Steinhäuser-Straße / Karlstraße ist ein Vorzeigeprojekt, ein im wahren Sinne des Wortes leuchtendes Signal, dass es mit dem problematischen Mathildenviertel wieder aufwärts geht. Von Matthias Dahmer

Mit Recht wurde deshalb die von der Stadttochter Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach (GBO) hergerichtete Herberge für Studierende der Frankfurt School of Finance vor kurzem öffentlichkeitswirksam eingeweiht.

Völlig ungetrübt ist die Stimmung von GBO-Chef Winfried Männche dennoch nicht. Denn die Umgestaltung der Fläche vor dem Wohnheim muss vermutlich anders ausfallen als geplant. Grund sind drei bislang nicht störende Schaltkästen der Telekom, die sich nun in bester Lage auf dem neu zu gestaltenden Areal befinden.

Wer da denkt, die so genannten Kabelverzweiger könnten doch einfach umgesetzt werden, hat die Rechnung ohne die Telekom gemacht. Satte 90 000 Euro, berichtet Winfried Männche, will das Unternehmen fürs Versetzen der Kästen auf die andere Straßenseite. „Zudem müssten wir uns verpflichten, auch eventuell entstehende Mehrkosten zu übernehmen“, so der GBO-Geschäftsführer.

Weil die Telekom das Angebot einer Kostenbeteiligung abgelehnt hat und auch ein Ortstermin ergebnislos verlief, bleiben die Schaltkästen jetzt, wo sie sind.

Telekom-Sprecher André Hofmann bringt der verlangte Betrag in keinerlei Erklärungsnöte. Je nach baulichem und zeitlichem Aufwand könne eine solche Summe schon mal zusammenkommen. Grundsätzlich sei das Setzen der Kabelverzweiger mit Leitungen für Telefon und Internet eine Infrastrukturmaßnahme, zu der das Telekommunikationsgesetz die Telekom ermächtige. Er sehe deshalb keinen Grund, warum sein Unternehmen sich an den Kosten fürs Versetzen beteiligen solle, so Hofmann.

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