Terminkonflikte auf dem Eiche-Bolzplatz

Offenbach - Ob Bernd Hörber auf dem Fußballplatz je so geärgert wurde wie jüngst mit dem Fußballplatz, geht aus seinen Zeilen ans Offenbacher Sportbüro nicht hervor. Von Marcus Reinsch

Dass der Vorsitzende der DJK Eiche sich, sein Amt und seinen Verein von der Stadt böse gefoult sieht, wird allerdings mehr als deutlich: Die für Hörber harmloseste denkbare Erklärung dafür, „dass von der DJK Eiche formal angemeldete Trainingszeiten auf dem Sportfeld Am Grix an die Gemaa Tempelsee vergeben“ wurden, ist „Nachlässigkeit“. Die anderen sind „Dummheit“ und „Absicht“.

Sowas will das Sportbüro keinesfalls auf sich sitzen lassen. Das Verhältnis mit der DJK sei eigentlich gut und solle es bleiben, hieß es gestern aus dem Stadthaus. Und Fehler könnten angesichts der Mission, die Trainingszeiten vieler Vereine mit den Kapazitäten der Offenbacher Sportstätten unter einen Hut zu bringen, „schon mal passieren“. Ob die Ereignisse auf dem Grix-Platz tatsächlich einem organisatorischen Fehlpass seitens der Stadt geschuldet seien, müsse noch im Detail geklärt werden.

Richtig sei, dass die Gemaa-Kicker mit städtischem Segen auf dem Sportfeld am Schneckenberg aufgelaufen seien. Ihr angestammtes Gelände in Tempelsee war zu dieser Zeit gesperrt - ebenso wie alle anderen städtischen Echtrasen-Sportareale. Das gibt es jedes Jahr. Ab Mitte Juni bleiben die Rasenplätze unbespielt, werden repariert, gedüngt, gelüftet, gewässert. Vier Wochen später dürfen sie von den Fußballern, die sich auf ihre um den 8. August startende Saison vorbereiten müssen, wieder genutzt werden. Nur das Sportzentrum Rosenhöhe bleibe, weil Stück für Stück pflegbar, teils nutzbar.

Diese Regenerationsphase bringt ein Problem mit sich: Zwar pausiere dann, heißt es aus dem Sportbüro, oft auch der Trainingsbetrieb. Doch Mannschaften, die sich trotzdem zu einigen Einheiten verabreden, müssten Ausweichdomizile finden. Wie das Sportfeld am Grix, wo sich die DJK Eiche mit großem Engagement eingerichtet hat. Das Areal führt die Stadt bisher nicht als vollwertige Sportanlage, sondern als eine Art Bolzplatz. Das bedeutet geringeren Pflegeaufwand - und Verfügbarkeit, während anderen Flächen Ruhe verordnet ist. Terminkonflikte seien aber natürlich nicht im Sinne des Erfinders, sagt das Sportbüro, das sich über das öffentliche Dampfablassen des DJK-Chefs wundert.

Der beklagt über seinen Platz-Ärger hinaus auch „die mangelhafte Organisation der Hallennutzung“. Schon dreimal hätten Eltern und ihr Nachwuchs, die zum DJK-Kinderturnen in die Halle der Humboldtschule wollten, vor verschlossenen Türen gestanden. Das, schreibt Bernd Hörber, „brüskiert die Mitglieder des Vereins und unterhöhlt das angeblich so hochgepriesene Ehrenamt des Vereinsverantwortlichen.“

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