Besuchsverbot besteht weiter

Verwirrung um Zugangsregeln am Sana-Klinikum: Vorwürfe gegen Testzelt-Betreiber

Eingangsbereich des Sana-Klinikums Offenbach
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Um die Zugangsregelungen am Offenbacher Klinikum gibt es Irritationen.

Eine Besucherin des Sana-Klinikums berichtet von chaotischen Zuständen im anliegenden Testzelt. Der Betreiber schweigt. Das Klinikum klärt über die aktuellen Regeln auf.

Offenbach - „Was ist denn mein Impfausweis nun wert?“, fragt Renate Kummetat. Als sie vergangenen Donnerstag zu einer Kontrolluntersuchung ins Sana-Klinikum wollte, wurde sie am Eingang aufgehalten: Obwohl sie zweimal gegen Covid-19 geimpft ist, die letzte Impfung über 14 Tage her ist und sie ihren Impfausweis vorzeigte, musste sie in dem Zelt vor dem Eingang einen Schnelltest über sich ergehen lassen. Auf diesen Umstand sei sie bei der Terminvergabe jedoch nicht vom Sana-Klinikum hingewiesen worden.

„Gut 20 Personen waren in dem Zelt, es war zugig und es regnete, einige Besucher hatten Rollatoren und klagten, dass sie nicht länger stehen könnten“, sagt sie. Weder hätte es ausreichend Sitzmöglichkeiten gegeben, noch hätte das Personal eine erkennbare Reihenfolge bei den Besuchertests eingehalten. „Eine Frau im Rollstuhl sagte, sie warte schon eine dreiviertel Stunde, obwohl sie doch zweimal geimpft sei“, sagt Kummetat, „eine andere Frau wurde vom Personal angeschrien, als sie nach einem Sitzplatz fragte“.

Offenbach: Beschwerden bei Besuchern des Sana-Klinikums – Corona-Test trotz Impfung?

Allerdings: Für den Betrieb des Testzeltes vor dem Eingang ist nicht das Sana-Klinikum, sondern die Firma Emanto zuständig – und diese ließ die entsprechende Anfrage unserer Redaktion nach den geschilderten Zuständen bisher unbeantwortet. Das Klinikum stelle lediglich das Gelände zur Verfügung, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Norbert Rilinger.

Doch wie wird mit Menschen verfahren, die zweimal geimpft sind? In dieser Sache hat sich seit Dienstag eine Neuerung ergeben: Mussten bis Montag auch Menschen mit vollem Impfschutz noch einen Antigen-Test vor Ort nachweisen, so gelten nun leichte Lockerungen, da die Inzidenz in Offenbach unter 100 liege. Am generellen Besuchsverbot im Haus ändert sich jedoch nichts: Nur ambulante Patienten oder nach der Ausnahmeregelung zugelassene Besucher (etwa Eltern von minderjährigen Patienten oder angehende Väter bei der Geburt) sind gestattet.

Ambulante Patienten oder deren Begleitpersonen benötigen jetzt  prinzipiell keinen Antigen-Test mehr, es sei denn, sie können keine medizinische Maske tragen, etwa wegen Atemnot oder sonstiger Beeinträchtigungen. Dann muss vor Betreten des Hauses ein Antigen-Test absolviert werden, wie Rilinger betont.

Offenbach: Corona-Regeln für Besuche im Sana-Klinikum – Antigen-Test wird benötigt

„Auch Patienten, bei denen ambulante Eingriffe unter Narkose oder invasive Eingriffe (beispielsweise eine Magenspiegelung, Bronchienspiegelung) durchgeführt werden, wird mindestens ein Antigen-Test benötigt, der nicht älter sein darf als 24 Stunden. Dies gilt auch für Geimpfte und von Corona genesene Patienten“, heißt es beim Klinikum.

Unabdingbar für den Zugang ist die Vorlage der ausgefüllten Checkliste zu Covid-19, außerdem muss im gesamten Haus eine medizinische Maske getragen werden und der Sicherheitsabstand ist einzuhalten. Die Checkliste kann vorab online ausgefüllt werden oder vor Ort am Eingang.

Für die unter die Ausnahmeregelung fallenden Besucher gilt jedoch weiterhin, dass diese „einen negativen Antigentest nachweisen müssen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf“. Die neuen Regelungen beziehen sich somit mehr auf die Offenbacher Inzidenz denn auf Vorteile für vollständig Geimpfte. Die Zugangsregelung ist unter sana.de zu finden, die Checkliste für den Zugang kann unter t1p.de/c9wr ausgedruckt werden. (Frank Sommer)

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