Komplett-Austausch kostet viel Geld

Teure Schilder für die Radler

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In den Kreiskommunen sind sie bereits ein vertrautes Bild. Nun sollen die schmalen Schilder auch auf Offenbachs Radwegen Einzug halten. Am kommenden Donnerstag wird über das Projekt im Stadtparlament abgestimmt.

Offenbach - Die bestehenden Wegweiser sind unvollständig und entsprechen nicht mehr den Richtlinien. Deshalb ist ein Komplett-Austausch geplant. Die Stadt kostet das einen sechsstelligen Betrag. Von Matthias Dahmer 

Die Stadt plant den Komplett-Austausch der Radwege-Beschilderung in Offenbach. Für zusammen 295.000 Euro sind an 270 Standorten 975 neue Schilder vorgesehen. Grund: Die alte Beschilderung ist unvollständig, entspricht zudem nicht mehr den aktuellen Richtlinien und soll damit zugleich den neueren Wegweisern in den umliegenden Kommunen angepasst werden. Das Vorhaben ist in einer ausführlichen Magistratsvorlage beschrieben, welche dem Stadtparlament in seiner Sitzung am Donnerstag zur Abstimmung vorliegt.

Das Projekt war von der Politik schon einmal im Januar 2012 beschlossen worden. Damals ging man davon aus, dass die Gesamtkosten zu 80 Prozent über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz geschultert werden können. Weil diese Förderung aber nicht bewilligt wurde, muss ein neuer Beschluss her. Auch diesmal soll es einen – bereits bewilligten – Zuschuss aus dem Topf der Klimaschutzinitiative des Bundes geben.

Schlecht wahrnehmbar

In den Kreiskommunen sind sie bereits ein vertrautes Bild. Nun sollen die schmalen Schilder auch auf Offenbachs Radwegen Einzug halten. Am kommenden Donnerstag wird über das Projekt im Stadtparlament abgestimmt.

Der liegt indes nur bei 40 Prozent. Das heißt, die ohnehin finanziell gebeutelte Stadt Offenbach muss 219.500 Euro selbst bezahlen. Das Geld soll laut Vorlage auf dem Kreditmarkt aufgenommen werden. Hinzu kommen jährlich anfallende Folgekosten, beispielsweise für die Pflege der Standorte, etwa 38.500 Euro. „Derzeit existiert in Offenbach keine aktuelle, dem Radwegenetz aus dem Radverkehrskonzept angepasste Wegweisung für den Alltags-Radverkehr“, heißt es in der Magistratsvorlage. Weiterhin seien die Schilder im Bestand schlecht wahrnehmbar und entsprächen nicht den Richtlinien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen.

Das Konzept sieht vor, an Routenkreuzungen Hauptwegweiser und dort, wo Strecken unklar verlaufen, Zwischenwegweiser aufzustellen. Ziel sei, eine möglichst sichere und den Verkehrsregeln entsprechende Führung des Radverkehrs durch die Schilder zu gewährleisten.

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Insgesamt sind 177 Hauptwegweiser-Standorte mit 716 Schildern und 93 Zwischenwegweiser-Standorte mit 259 Schildern vorgesehen. Bei den Wegweisern handelt es sich um die in Kreiskommunen bereits existierenden weißen Schilder mit grüner Schrift. Auf ihnen ist der Zielort sowie die dahin noch zu strampelnden Kilometer angegeben. Wenn möglich, sollen vorhandene Befestigungsmöglichkeiten wie Rohrpfosten oder Laternen genutzt werden. Die alte, nicht mehr richtlinienkonforme Beschilderung wird, sofern noch vorhanden, entfernt. Die Übergänge zu dem bereits bestehenden beschilderten Routennetz des Landkreises Offenbach sind abgestimmt. Im Stadtplanungsamt will man nach dem Parlamentsbeschluss das Vorhaben ausschreiben, die Installation der Schilder könnte dann im Frühjahr des nächsten Jahres starten.

Die Magistratsvorlage verweist zur Rechtfertigung des Projekts auf einen Grundsatzbeschluss der Stadtverordnetenversammlung vom November 2007. Damals wurde der Verkehrsmanagementplan für die Stadt Offenbach abgesegnet. Er soll die „Ziele des regionalen Verkehrsmanagements auf der lokalen Ebene realisieren und gleichzeitig die Ziele der Offenbacher Verkehrs- und Stadtentwicklung in das regionale Verkehrsmanagement einspeisen“. Ein maßgeblicher, mit dem Verkehrsmanagementplan beschlossener Teil, sei das angestrebte Radverkehrskonzept.

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