Teurer Traum vom Eigenheim

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Die gute Nachricht zuerst: Die Stadt Offenbach ist ein beliebter Ort zum Wohnen, und die Nachfrage nach Immobilien ist groß. Daraus ergibt sich jedoch die schlechte Nachricht: Das Wohneigentum in der Lederstadt ist teuer.

Offenbach ‐ Die gute Nachricht zuerst: Die Stadt Offenbach ist ein beliebter Ort zum Wohnen, und die Nachfrage nach Immobilien ist groß. Daraus ergibt sich jedoch die schlechte Nachricht: Das Wohneigentum in der Lederstadt ist teuer. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie der Landesbausparkassen (LBS). Von Niels Britsch

Danach müssen Offenbacher, die sich einen Immobilienwunsch erfüllen wollen, einen Betrag aufwenden, der 48 Prozent über dem Durchschnittseinkommen liegt. Damit liegt die Stadt auf dem siebten Platz der teuersten Städte Deutschlands.

In der Studie wurden die Immobilienpreise in Städten und Landkreisen im Verhältnis zum regionalen Durchschnittseinkommen verglichen. Darauf weist Dr. Ivonn Kappel von LBS-Immobilien explizit hin. Lediglich die Preise der verschiedenen Regionen einander gegenüberzustellen, würde bedeuten, „dass man Birnen mit Äpfeln vergleicht“. Deswegen seien die Preise in Relation zum regionalen Durchschnittseinkommen verglichen worden. Auch in Darmstadt und Frankfurt zahlen die Bürger mehr für Wohneigentum. Spitzenreiter ist München: Hier müssen die Einwohner fast das Doppelte des dortigen Durchschnittseinkommens für die Wohneigentumsfinanzierung aufwenden.

Das Preisniveau für Immobilien sei im Rhein-Main-Gebiet generell sehr hoch, erklärt Jörn-Ulrich Bockwoldt, Leiter des Vermessungsamtes und Vorsitzender des Gutachter-Ausschusses für Grundstückswerte. Verantwortlich für die teuren Immobilien sind seinen Angaben zufolge vor allem die Bodenpreise: „Ein Quadratmeter kostet teilweise über 400 Euro.“ Ähnlich sei es in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden, „während in Kassel zum Beispiel auch unter 100 Euro pro Quadratmeter fällig sind.“

„Geringes Angebot, was Neubauten anbelangt.“

Die zentrale Lage des Rhein-Main-Gebiets mache die Gegend attraktiv, sagt Bockwoldt. Die große Nachfrage treibe die Preise in die Höhe. Durch die Wirtschaftskrise sei bei gewerblichen Großobjekten ein Einbruch der Umsatzzahlen zu befürchten, was sich jedoch nicht auf die Preise auswirke.

Auch Immobilienmakler Matthias Wiegmann ist sich sicher, dass die große Nachfrage im Ballungsraum Rhein-Main und im Einzugsgebiet von Frankfurt die Preise steigen lässt. Die Nähe zum Frankfurter Flughafen ist für ihn ein weiterer Grund.

„In Offenbach gibt es ein geringes Angebot, was Neubauten anbelangt“, erklärt Heribert Müller-Salomon, Vertriebsleiter der LBS Immobilien GmbH. Im Zusammenhang mit der großen Nachfrage treibe das die Preise in die Höhe. „Wenn Offenbach mehr Baugebiete ausweisen würde, hätte das einen dämpfenden Einfluss auf die Preise“, sagt Müller-Salomon und verweist auf Frankfurt, wo etwa das Baugebiet am Riedberg für ein größeres Angebot sorge.

Dass auch die Baukosten bei den hohen Preisen ein Rolle spielen, bezweifelt der Fachmann der LBS: „Es gibt genug Bauherren, die beauftragen Betriebe beispielsweise aus Thüringen. Dort werden zwar geringere Löhne gezahlt, das wirkt sich aber nicht auf die Immobilenpreise der Gegend aus.“

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