Teures Gut möglichst ökonomisch einsetzen

Offenbach - (ddü) Wie können sich Ärzte, Kliniken und medizinische Versorgungszentren untereinander besser vernetzen und so die Gesundheitsfürsorge für die Patienten effizienter gestalten?

Beim 3. Rhein-Main Zukunftskongress im Büsingpalais beschäftigen sich noch bis heute 370 Mediziner, Gesundheitsmanager und Industrievertreter mit der Frage, wie innovative regionale Gesundheitsversorgung in Zukunft aussehen könnte.

Die Teilnehmer hören Vorträge über die Auswirkungen des Gesundheitsfonds auf die Krankenhausversorgung und die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Facharztzentrum oder lernen in einem Praxisworkshop, was bei der Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums zu beachten ist.

„Die Vernetzung aller Beteiligten wird immer wichtiger“, sagt der Trierer Gesundheitsökonom und Kongresspräsident Andreas Goldschmidt. „Um die Patienten bestmöglich zu versorgen, muss sich jeder auf seine Stärken konzentrieren und eng mit den Partnern zusammen arbeiten.“ Hans-Ulrich Schmidt, Geschäftsführer des Offenbacher Klinikums, sieht in der Bildung von regionalen Verbänden eine Chance, dem steigenden finanziellen Druck auf das Gesundheitswesen entgegen zu wirken.

„Nicht jeder kann alles leisten - weder fachlich noch wirtschaftlich“, sagt Schmidt. „Es gilt nun, das teure Gut der Gesundheitspflege möglichst ökonomisch einzusetzen.“ Ziel des Kongresses sei es, Erfahrungen auszutauschen, Netzwerke aufzubauen und Entwicklungen zu diskutieren. „Ein großes Thema ist die demographische Entwicklung, die Landarztflucht und damit die steigende Bedeutung der Metropolen für die Gesundheitsversorgung des Umlandes.“

Michael Beseler, Stadtkämmerer und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Offenbach, betont, wie wichtig eine Zusammenarbeit der Kommunen mit den medizinischen Dienstleistern vor Ort sei: Gesundheit sei keine Ware wie jede andere. „Wir können uns hier nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern müssen die Entwicklung des Gesundheitswesens intensiv betreuen.“

Bei der Pressekonferenz zeigten sich die Organisatoren zufrieden mit der Qualität des Kongresses und der Resonanz. Wie die steigende Zahl der Teilnehmer und die - gegen den Trend - gleich bleibende Zahl der Aussteller belege, genieße die Tagung in der Fachwelt eine hohe Akzeptanz, so Goldschmidt.

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