Theaterszene in Bewegung

+
Hier tanzen Kinder bei der Gala zum 100-Jahre-Jubiläum des Theaterclubs Elmar. Demnächst inszeniert der Verein In Bewegung Märchenstücke mit Tanz.

Offenbach - „Märchenland, Traum aller Kinder weit und breit“, so tönt es traditionell zur Vorweihnachtszeit durch das Capitol. Ganze Generationen Offenbacher Kinder sind mit den Märchenrevuen des Theaterclubs Elmar (TCE) aufgewachsen. Von Markus Terharn

Doch im Jahr nach 100. Geburtstag und städtischem Kulturpreis bekommt die Elmar Konkurrenz: Der Verein „In Bewegung e.  V. “ plant fünf Aufführungen des Kinderstücks „Kleiner König Kalle Wirsch“ im selben Theater.

Dahinter stehen zwei Namen, die seit Jahren mit den Elmar-Märchen verbunden sind: Klaus Walther, ehemals Jugendleiter, Regisseur, Vorsitzender, Ehrenvorsitzender sowie Träger der Bürgermedaille, und Sandra Sedlaczek, Texteinrichterin, Choreografin sowie Chefin der Tanzbühne Locomotion, sind aus dem TCE ausgetreten. Sie hätten dessen Weg nicht mehr mitgehen wollen, führt Sedlaczek als Grund an.

Locomotion firmiert auch als Veranstalter der Märchenaufführungen. Sie sind aufgezogen als Benefizveranstaltungen für „In Bewegung“. Der Verein besteht seit 2007 und hat sich die Förderung von Tanztherapie für Demenzpatienten, behinderte Kinder, Suchtkranke oder Essgestörte auf die Fahnen geschrieben. Nach einigen Zugängen zählt er derzeit um die 30 Mitglieder, die bei ihrer Versammlung am kommenden Montag auch neu über den Vorstand befinden.

Mit der Terminierung am 30. September und 1. Oktober geht „Kalle Wirsch“ zwar der Konfrontation mit „Dornröschen“ aus dem Weg, das Elmar am 2. und 3. Dezember auf die Bretter bringt. Aber in Sachen Qualität scheuen die Neuen den Vergleich nicht. „Wir werden besser sein als Elmar, ganz klar“, versichert Sedlaczek, die sich mit Walther die Regie teilen will. Selbstbewusst kündigt sie an, „die bisherigen Aufführungen zu übertreffen“.

„Tabaluga und Lilli“ für das Jahr 2013 geplant

Dazu bringt sie 150 Tanzkinder von Locomotion mit. Für die elf großen Sprechrollen kann sie teils auf erfahrene Elmar-Kräfte zurückgreifen – ihre Töchter Nina und Julia Sedlaczek, Julia Hagen, die schon als Pinocchio gefiel, oder Nadine Graf. Auch mit Thomas Isser, dessen Bruder Simon Isser die Elmar führt, rechnet sie, obwohl er nicht Mitglied sei.

Um das Buch muss Sandra Sedlaczek sich nicht kümmern. Vom beliebten Werk der 92-jährigen, in München lebenden Tilde Michels, mit der sie telefoniert hat, existiert eine Bühnenfassung. Die Geschichte um den König der Erdmännchen und seinen Widersacher Zoppo ist als Marionettenspiel der Augsburger Puppenkiste einem breiten Publikum bekannt.

„Sehr schön“ findet Sedlaczek die Sprache, auch die vorhandene Musik, die recht frei arrangiert werden darf. Dafür steht mit Oguz Dogan von der Musikschule Obertshausen ein versierter Mann bereit. Die Schauspieler und die fünf- bis 17-jährigen Tänzer nehmen alle Lieder im Tonstudio auf; sie erklingen später im Halbplayback. Probenbeginn ist im Mai.

Was die aufgehenden Sterne am örtlichen Theaterhimmel bislang nicht haben, ist eine eigene Werkstatt für den Kulissenbau. Um die Kostüme kümmern sich zwei Näherinnen, „die ganz heiß drauf sind, was anderes zu machen als die üblichen Änderungen“, erzählt Sedlaczek. Mit Percy Walther, Pascal Simon und Jenny Jansen gibt es praxiserprobte Techniker. Für die Logistik des Kartenvorverkaufs wird ein Team gebildet. Und für weitere Mitstreiter ist der Verein offen.

Dass die Macher vom Erfolg überzeugt sind, zeigt diese Tatsache: Für 2013 haben sie sich bereits die Rechte am Musical „Tabaluga und Lilli“ gesichert. Vorstellungen im Capitol sind für den 29. und 30. September angesetzt.

Kommentare