Thema Fachkräftemangel bleibt ein Dauerbrenner

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Offenbach - Bei Eingabe des Begriffs Fachkräftemangel findet man im Suchportal Google allein für die letzten 24 Stunden 1770 Einträge. Ein Zeichen dafür, dass das Dauerbrenner-Thema nichts von seiner Aktualität verloren hat. Von Silke Gelnhausen-Schüßler

Betroffenen Unternehmen zu helfen und durch den Dschungel der strategischer Hilfsmaßnahmen zu führen, dass war gestern Thema der öffentlichen Tagung „Fachkräfte finden – Potenziale nutzen“ im Offenbacher Achat Plaza Hotel. Ausrichter war das hessische Sozialministerium. Rund 100 Teilnehmer aus dem Öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft informierten sich unter anderem über Strategien der Fachkräftesicherung, Mitarbeiterbindung, demografischen Wandel und Beschäftigungsfähigkeit. Eine verlängerte Lebensarbeitszeit, Rückgang und Alterung der Erwerbsbevölkerung und der damit einhergehende erhöhte Bedarf an Fachkräften treffen vor allem mittlere und kleine Betriebe.

Norbert Hain, Geschäftsführer der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks in Weilburg, weiß um die Probleme seiner 540 Mitgliedsbetriebe in Hessen. Hain: „Bisher waren alle Betriebe gewohnt, immer genügend Bewerber zu haben. Jetzt müssen sie tatsächlich den roten Teppich ausrollen, um genügend Auszubildende vom Berufsbild zu überzeugen.“ 720 Auszubildende, davon zwölf weibliche, findet man derzeit auf hessischen Dächer. „Mindestens zehn Prozent der Stellen bleiben unbesetzt.“ resümiert Hain. Über den Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) werde nun Werbung für den Beruf gemacht. Gerade jungen Leute müsse klar werden, dass es nicht nur in der „Bürobranche“, sondern auch beim Handwerk attraktive Aufstiegsmöglichkeiten gibt.

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Der „Heranzüchtung“ von Fachkräften sei eine von sechs Maßnahmen, mit denen man dem Problem begegnen wolle, so Frank Martin, Leiter der Fachkräftekommission Hessen. Er listet fünf weitere Handlungsfelder auf: „Neben der Optimierung des Übergangs von Schule zu Beruf stehen der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit Älterer im Fokus, die Weiterbildung und der Arbeitsmarktzugang für Menschen mit Behinderung. Außerdem die Ergänzung durch ausländische Fachkräfte.“ „Das größte Potenzial allerdings,“ so Sozialminister Stefan Grüttner, „steckt in der weiblichen Hälfte der Bevölkerung.“ Hier liege durch Minijobs, Teilzeitarbeit und fehlender Kinderbetreuung ein riesiges Arbeitskraft-Feld auf Eis.

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