„Thema Sicherheit lange vernachlässigt“

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Die Bahn will auch in Ballungszentren mehr Sicherheitskräfte einsetzen, eine Schutzmaßnahme, über die sich auch S-Bahn-Kunden freuen werden.

Offenbach ‐ Die Bahn will auch in Ballungszentren mehr Sicherheitskräfte einsetzen, eine Schutzmaßnahme, über die sich auch S-Bahn-Kunden freuen werden. Von Peter Schulte-Holtey

Die Nachricht sorgte gestern auch bei Wilfried Staub vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ in Frankfurt für Erleichterung. Dabei machte er aber auch deutlich, dass die Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs im Rhein-Main-Gebiet das Thema Sicherheit zuletzt etwas stiefmütterlich behandelt haben. „Sie haben in den letzten 15 Jahren aus Kostengründen einiges schleifen lassen und zu wenig Sicherheitspersonal eingesetzt, um zum Beispiel Schäden durch Vandalismus zu verhindern“, erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung.

Es sei auch ein Fehler gewesen, Servicepersonal aus den Zügen abzuziehen, kritisierte er: „Fahrkartenautomaten sind zwar 24 Stunden einsatzbereit, aber kaum hilfreich bei der Auskunft nach der nächsten und besten Verbindung. Die Scheu vor den Automaten hält viele potentielle Nutzer vom öffentlichen Nahverkehr ab. Und ein Automat verschlingt an Betriebs- und Wartungskosten inklusive Amortisation locker seine 8 000 im Jahr.“

150 Mitarbeiter mit Sicherheitsaufgaben betraut

Andererseits werden von Staub auch die Anstrengungen im Rhein-Main-Verkehrsverbund anerkannt: „Der RMV und seine Gesellschafter haben ja eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die das Thema Sicherheit der Fahrgäste zum Ziel hat. So sollen exponierte Stationen und langfristig auch bestimmte Busse und Bahnen mit Videokameras überwacht werden.“ Zudem garantiert der RMV nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Deutschen Bahn einen Sicherheitsbegleiter ab 21 Uhr in jeder S-Bahn.

Dieser hält sich grundsätzlich im ersten Wagen auf, so dass die Fahrgäste gezielt dort einsteigen und sich darauf verlassen können, dass sie hier einen Ansprechpartner finden. „Zusätzlich werden Streifen eingesetzt, die schwerpunktmäßig bestimmte Linien begleiten“, heißt es beim Verkehrsverbund. Derzeit beschäftigt die Bahn im Rhein-Main-Gebiet rund 150 Mitarbeiter mit Sicherheitsaufgaben. In Zukunft sollen es 165 sein, die vor allem in den Abend- und Nachtstunden zum Einsatz kommen sollen. „Wenn wir feststellen, dass es bestimmte Gefahren-Schwerpunkte gibt, werden wir aber auch verstärkt flexibel handeln“, erklärte ein Bahn-Sprecher auf Anfrage.

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