Theodor-Heuss-Schule

Ultimatum an die Stadt

Offenbach - Weiterhin Ärger an der Theodor-Heuss-Schule: Der Schulträger verhält sich beim Datenschutz „rechtswidrig“. Lehrer und Schulleiter klagen über zu kalte Räume. Von Fabian El Cheikh

Die Lehrer der beruflich orientierten Theodor-Heuss-Schule fühlen sich überwacht und frieren. Die Pädagogen stören sich an einer Schließanlage, deren Schlüssel mit Transpondern ausgestattet sind und theoretisch ein Bewegungsprofil ihrer Eigentümer gestatten. Am Donnerstag hat der Personalrat der Stadt ein Ultimatum gestellt: „Wenn uns die Stadt als zuständiger Schulträger nicht bis zum 7. Dezember ein Verfahrensverzeichnis vorlegt, müssen die Schlösser ausgetauscht und die Transponder entfernt werden. “.

Auf diese Weise reagiert die Lehrerschaft auf die bislang offenbar nur zögerliche Reaktion des Schulträgers auf die datenschutzrechtlichen Bedenken der Lehrer. Diese fühlen sich, wie bereits berichtet, überwacht und nicht ausreichend informiert. So sei bislang nicht geklärt, welche Daten wo und wie lange gespeichert werden und wer darauf Zugriff hat. „Der hessische Datenschutzbeauftragte hat uns schriftlich bestätigt, dass das Verhalten des Schulträgers rechtswidrig ist“, sagte der Personalratsvorsitzende Stefan Falcione gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Verfahrensverzeichnis soll Antworten auf die offenen Fragen der Pädagogen geben.

Nur unzulängliche Antworten

Der Personalrat wirft der Stadt und der Firma Hochtief, die die Schule betreibt, vor, Mitbestimmungsrechte beim Einbau der in Betrieb befindlichen Schließanlage missachtet zu haben. „Wir haben bereits vor vier Wochen ein Verfahrensverzeichnis angefordert und bis heute nur eine unzulängliche Antwort erhalten“, klagt Falcione.

Doch es herrscht noch mehr Ärger an der Schule, die mittels einer öffentlich-privaten Partnerschaft zu Beginn des laufenden Schuljahrs den lange ersehnten Erweiterungsbau in Passivbauweise durchaus dankbar in Betrieb genommen hat. So sei es in einigen Teilen des Gebäudes, unter anderem in mehreren Unterrichtsräumen, zu kalt, klagen die Lehrer.

Unter der 20-Grad-Marke

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„Die Temperatur unterschreitet nach eigenen Messungen in manchen Räumen die 20-Grad-Marke“, bestätigt Schulleiter Heinrich Kößler. „Meine Kollegen berichten mir, dass sie sich Decken über die Beine legen müssten, manche muss ich heimschicken, wenn ihnen zu kalt ist.“ So sei auch der Krankenstand gestiegen. Es soll sich dabei um Unterleibserkrankungen wie Blasenentzündungen handeln. „Hochtief akzeptiert unsere Messungen aber nicht, weil die benutzten Thermometer nicht geeicht seien“, so Kößler, „eigene Messungen hätten immer 20 Grad ergeben.“

Das Problem sei die zentral gesteuerte Gebäudebelüftung, die an Bewegungsmeldern gekoppelt sei. „Ungenutzte Räume sollen sich dadurch auf 18 Grad herunterkühlen und erst wieder warm werden, wenn sich Personen darin aufhalten.“ Das könne laut Aussagen des Betreibers aber „15 bis 30 Minuten“ dauern. Auch bei diesem Problem fordert der Personalrat schnellstens Nachbesserungen. Die Temperaturen müssten generell erhöht werden.

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