„Gemeinsam für unser Land“

Bundespräsident Gauck in Offenbach: Der Ticker zum Nachlesen

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Vor der Theodor-Heuss-Schule klatschte Gauck Schüler ab. Weitere Motive finden Sie in der Galerie.

Offenbach - Bundespräsident Joachim Gauck ist zu Gast in Offenbach. Er besucht die Theodor-Heuss-Schule und spricht über die Integrationsleistungen Offenbachs. Von Niels Britsch und Daniel Schmitt

Die wichtigsten Fakten zum Gauck-Besuch: Der Bundespräsident ist am Vormittag von rund 400 Schülern begeistert in Offenbach vor der Theodor-Heuss-Schule empfangen worden. Er habe die Stadt für seinen Besuch gezielt ausgewählt, sagte er, um mit Schülern über das Thema "Zusammenleben in Deutschland" zu diskutieren. Die "höchste Anerkennung, die Offenbach für jahrzehntelange Integrationsbemühungen erhalten hat", nannte Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) den Besuch. Im Gebäude sprach er anschließend eine knappe halbe Stunde mit anwesenden Schülern, trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein und hielt eine halbstündige Rede.

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Der Ticker zum Nachlesen

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Das Ganze endete mit einem Beitrag der Bachschul-Band. Anschließend folgt noch ein Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Politikern und geladenen Bürgern, die sich um die Integration verdient gemacht haben. 

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Der nächste Redner tritt ans Pult: Stefan Grüttner (CDU), hessischer Minister für Soziales und Integration. Die Aufmerksamkeit im Saal ist nun spürbar zurückgegangen. Grüttner bedankt sich bei Gauck für dessen Besuch und ist schon fertig mit seiner Rede.

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Evren Gezer kündigt noch einmal eine Theatergruppe der Theodor-Heuss-Schule an.

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"Gemeinsam für unser Land", das war das Schlusswort von Gauck.

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Gauck: "Wir, alte und neue Deutsche, müssen mehr miteinander reden, aber auch mehr miteinander gestalten. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Deutschen und Zugewanderten, sondern zwischen Demokraten und Nicht-Demokraten. Gemeinsam für unser Land."

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Gauck spricht die anwesenden Schüler direkt an: "Ich spreche von dem, was sie hier miteinander gestalten können. Sie haben Verbündete. Noch immer engagieren sich zu wenige Zugewanderte in Parteien oder Beiräten." Gauck appelliert an die Schüler, das von ihren Eltern einzuforden.  

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Gauck: "Der Staat kann gewisse Bedingungen für gelungene Integration schaffen, aber letztlich hängt es auch vom Willen jedes Einwanderers ab."

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Stichworte von Gaucks Rede: Deutschland ist ein Einwanderungsland. Wo es um Integration gehe, könne man nicht Assimilation, das Einander-Angleichen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, verlangen. 

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Joachim Gauck: "Fremd ist immer der Außenseiter, der sich etablierten gegenüber sieht".

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Der Präsident hat einen Frosch im Hals, immer wieder räuspert er sich und es ist kein Wasser in Sicht. Sofort bricht verhaltene Hektik aus, dabei hat Gauck seine Stimme längst wiedergewonnen.

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Joachim Gauck: "Ich habe diese Stadt wahrgenommen, weil sie etwas zeigt, was wichtig ist. Sie ermutigt uns."

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Evren Gezer ergreift noch einmal das Mikrofon und erzählt, dass eben eine Schülerin gesagt habe, "der ist ja voll cool". Danach tritt der Bundespräsident ans Mikrofon und antwortet: "Ihr seid viel cooler".

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Schneider hat seine Rede nun beendet, anschließend kommt noch ein Beitrag der Albert-Schweitzer-Schule. Drei Schüler und eine Schülerin singen ein kurdisches Lied.

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OB Schneider: "Man sollte an so einem Tag nicht vergessen, dass es auch eine dunkle Seite gibt. Dass wir in Sachen Integration auch einige Menschen verlieren. In Städten wie Offenbach gibt es auch Armut." Anschließend geht der Offenbacher Oberbürgermeister noch auf die klammen Kassen der Stadt ein.

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OB Schneider: "Der Besuch ist eine lange vermisste Anerkennung für die Integrationsarbeit der Stadt Offenbach."

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Nun erhebt sich der Saal für den Bundespräsidenten, sein Auftritt lässt aber noch auf sich warten. Nach dem Applaus spielt erst die Band, ehe dann OB Schneider einige Worte verliert. Er wolle Gauck noch einmal öffentlich begrüßen. Zudem begrüßt er die Politprominenz und den langjährigen Vorsitzenden des Offenbacher Ausländerbeirats. "Der Besuch des Präsidenten ist eine große Ehre", meint Schneider.

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Hinter dem Rednerpult stehen drei Fahnen (Europa, Hessen und Offenbach). Die Musik ist mittlerweile wieder verstummt, nun spricht Evren Gezer. Sie begrüßt einige anwesende Politiker.

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Anschließend steht nun noch eine Rede des Bundespräsidenten in der Aula an - sie soll etwa eine halbe Stunde dauern. Die Kameras postieren sich, das Gedränge ist enorm. Eine Musikgruppe - vermutlich eine Schulband - überbrückt die kurze Pause.

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Nun trägt sich Gauck ins Goldene Buch der Stadt Offenbach ein. OB Schneider überreicht allerlei Geschenke - zum Beispiel Offenbacher Pfeffernüsse.

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Nun gibt es noch ein Gruppen-Selfie mit den Schülern, dann ist der erste Teil von Gaucks Besuch vorbei. Anschließend soll es noch eine Rede des Bundespräsidenten und dessen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geben. 

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Zum Abschluss der Runde sagt der Bundespräsident: "Mich überrascht total, wie gut ihr drauf seid. Ich bin stolz auf euch. Ihr seid locker, aber auch voller Ernsthaftigkeit. Wir brauchen den Geist von jungen Leuten, die sich etwas trauen."

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Nun fragt Gauck nach dem OFC. "Wo spielen die den mittlerweile?". Gauck weiter: "Ich erlaube mir solch eine Frage nur, weil ich aus Rostock komme." Es gibt Gelächter.

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Bilder: Bundespräsident Gauck zu Gast in Offenbach

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Insgesamt 20 Schüler sind an der Diskussionsrunde beteiligt. Moderatorien Gezer fragt, was die Schüler sich für Offenbach wünschen. Ein Schüler antwortet, dass es zwar viele Vereine gebe, die sich mit Integration beschäftigen, es fehle jedoch an Räumen und Ressourcen.

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Gauck spricht ein heikles Thema an. Er fragt die Schüler, ob es denn hier "keine Störenfriede, keine Rechtsradikalen" gebe. Ein Schüler antwortet: "Klar gibt es auch Mitschüler, die negativ auffallen." Ein anderer ergänzt: "Es gibt auch Gruppen, die Druck ausüben, aber da sind eben Institutionen wie die Schule gefragt."

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Ein afghanisch-stämmiger Junge berichtet, wie er in Deutschland Freunde kennenlernte und dadurch auch die Sprache. Ein anderer Schüler, dessen Eltern aus Vietnam stammen, sagt: "Integration heißt nicht, gleich zu sein." 

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Vor der Theodor-Heuss-Schule klatschte Gauck Schüler ab. Weitere Motive finden Sie in der Galerie.

Der Bundespräsident zeigt sich interessiert an der Biografie der Schüler und fragt nach, woher sie kommen. Mittlerweile sind die Schüler der Theodor-Heuss-Schule an der Reihe. Erst ein Mädchen, deren Eltern aus Ghana stammen, dann ein aus Bayern zugewanderter Schüler, was für großes Gelächter sorgt. Evren Gezer scherzt: "Habt ihr nicht gesagt, ihr habt den Dialekt aus ihm rausbekommen?"

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Gauck und seine Lebensgefährtin stellen immer wieder Zwischenfragen, zum Beispiel nach den Intensivklassen der Albert-Schweitzer-Schule.  

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Nun stellen Albert-Schweitzer-Schüler ihre Schule vor. Sie berichten von Projekten gegen Diskriminierung und Rassismus.

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Ein Schüler erzählt, dass er und Mitschüler einen Rapsong aufgenommen haben. Gauck fragt, ob er diesen noch zu hören bekommen. Unter großem Gelächter antwortet der Schüler: "Später vielleicht".

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Fotos dürfen mittlerweile nicht mehr gemacht werden, der Stadtpressesprecher ist streng und verweist die Presse auf ihre Plätze.

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Schüler aus verschiedener Ländern stellen sich vor - drei Schulen sind vertreten. Die Theodor-Heuss-, die Bach- und Albert-Schweitzer-Schule. Bachschüler machen nun den Anfang und stellen Integrationsprojekte vor. 

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Nun begrüßt Evren Gezer den Bundespräsidenten in der Aula, wo er mit den Schülern diskutieren wird. Gauck bittet vorab um Verständnis, dass er sich nicht alle Namen der Schüler merken kann.

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Lauter Jubel: Pünktlich um 11 Uhr ist Bundespräsident Gauck da und klatscht erst einmal die wartenden Schüler ab.

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Vor der Schule warten zahlreiche Schüler vor einer Absperrung auf den prominenten Gast. Sie halten Plakate nach oben - mit Willkommensgrüßen in verschiedenen Sprachen.

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Joachim Gauck - vom Bürgerrechtler zum Bundespräsidenten

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Vor zwei Minuten ist auch Offenbachs OB Horst Schneider eingetroffen, auch bei ihm werden zumindest alibimäßig die Taschen durchsucht.

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Trotz der hohen Sicherheitsvorkehrungen sind keine bewaffneten Polizisten in der Mensa zu sehen - sie halten sich dezent zurück.

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Später soll es zu einer Fragestunde von Schülern und dem Bundespräsidenten kommen. Moderiert wird dies von der FFH-Moderatorin und Offenbacherin Evren Gezer. 

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Bisher waren schon drei Bundespräsidenten in Offenbach zu Gast: Theodor Heuss, Walter Scheel (1977), Karl Carstens (1981).

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Große Sicherheitsvorkehrungen, wenn so hoher Besuch kommt: Die Polizei kontrolliert die Zufahrt zur Straße und zum Parkplatz. Auch gibt es Personalausweis- und Taschenkontrollen am Eingang zum Gebäude.

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Wegen eines Infekts hatte Gauck Ende vergangener Woche noch einige Termine absagen müssen, rechtzeitig für seinen Besuch in Offenbach ist der Bundespräsident jedoch wieder gesund geworden.

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Bundespräsident Joachim Gauck besucht heute die Stadt Offenbach. Zwischen 11 und 13 Uhr kommt Gauck mit Schülerinnen und Schülern der Theodor-Heuss-Schule, der Albert-Schweitzer-Schule und der Bachschule zum Thema Integration und Zusammenleben in Deutschland ins Gespräch. Vorgesehen sind ein Empfang vor geladenen Gästen in der Schulaula, eine Rede des Bundespräsidenten und der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Veranstaltungsort ist die Theodor-Heuss-Schule am Berufsschulzentrum Buchhügel.

Im Mittelpunkt des Besuchs stehen die Integrationsleistungen Offenbachs als Stadt mit dem höchsten Ausländer- und Migrantenanteil aller Großstädte in Deutschland. Begleitet wird der Bundespräsident von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt, die aus Hanau stammt. Jeder dritte Einwohner Offenbachs hat dem Statistischen Bundesamt zufolge keinen deutschen Pass. Noch mehr Menschen haben Wurzeln im Ausland - nach Angaben der Stadt etwa die Hälfte ihrer rund 130.000 Einwohner.

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