Tickets am Main viel zu teuer

Offenbach - (tk) Acht Aussteller zeigen heute von 12 bis 17 Uhr am Rathaus, was sie unter „nachhaltiger Mobilität“ verstehen und dazu anzubieten haben. Dabei auch Offenbach Verkehrsbetriebe und der Rhein-Main-Verkehrsverbund, die für ihre Angebote und das Umsteigen auf selbige werben.

Warum aber vieles in der Realität weniger attraktiv ist, als die Reklame darstellt, fasst der SPD-Stadtverordnete Peter Janat zusammen: „Der Öffentliche Personen-Nahverkehr ist im Rhein-Main-Gebiet im Vergleich zu anderen Ballungsräumen zu teuer.“

Ein Beispiel: Während ein Fahrgast im Extremfall für die Strecke von Offenbach-Ledermuseum bis zur Ostendstraße in Frankfurt 3,70 Euro bezahle, koste ein Einzelticket für ganz Berlin nur 2,10 Euro. Durch die S-Bahn-Fahrt erhöhe sich der Preis etwa für den Besuch einer Veranstaltung in Frankfurt deutlich, kritisiert Janat. „Auch für Frankfurter, die Offenbacher Kultureinrichtungen besuchen wollen, stellt das teure Ticket ein Hindernis dar.“ Selbst wer keine Stadtgrenze überschreitet, zahlt vergleichsweise viel. 1,95 Euro kostet inzwischen der Einzelfahrschein fürs überschaubare Offenbacher Stadtgebiet.

Die hohen Fahrpreise nach Frankfurt seien bei Gründung des RMV entstanden, da Offenbach damals die Fahrpreise aus dem Kreis nach Offenbach niedrig halten wollte, weiß Peter Janat: „Die Preisgestaltung entspricht heute aber nicht mehr den Ansprüchen eines modernen Ballungsraumes.“ Der RMV habe Nahverkehr und Tarifstruktur in Südhessen übersichtlicher und einfacher gemacht, jedoch würden günstige Fahrpreise auf längeren Strecken durch relativ hohe kürzeren Strecken erkauft.

Janat erwartet eine Änderung erst bei Einführung des so genannten E-Ticketing in einigen Jahren. Bei den Verhandlungen müsse die Vertreterin der Stadt im RMV-Aufsichtsrat Verbesserungen für die Offenbacher erzielen, setzt der Sozialdemokrat auf das Durchsetzungsvermögen der Grünen-Bürgermeisterin Birgit Simon.

Rubriklistenbild: © dpa

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