Rathaus-Tiefgarage wird saniert

Durchstoß in den Untergrund

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In Trümmern liegt nicht das denkmalgeschützte Rathaus, jedoch der Stadthof vor dem südlichen Eingang. Dort wird der Boden aufgerissen, um die Tiefgarage zu sanieren.

Offenbach - Ob das Parken am Ende teurer wird unterhalb des leer gewirtschafteten Rathauses? Überlegenswert ist’s jedenfalls, meint Oberbürgermeister Horst Schneider. „Bis auf Weiteres gibt es aber keine Tariferhöhung“, wirft Ute Listmann ein. Von Fabian El Cheikh

Die Projektleiterin, die die Sanierung der Rathaus-Tiefgarage verantwortet, erinnert an die öffentliche Ausschreibung für den Betrieb der Stellplätze. Darin ist festgelegt, dass bis mindestens 2015 der Tarif von derzeit 1,50 Euro pro Stunde nicht erhöht werden darf. Somit werden die Sanierungskosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro nicht ausschließlich auf den Autofahrer abgewälzt, sondern auf alle.

Überfällige Arbeiten

Dass die gestern in vollem Umfang aufgenommenen Arbeiten überfällig sind, daran wird keiner zweifeln. Wassereinbrüche, Betonabplatzungen und Korrosion, insbesondere an den Bauwerksfugen, haben gehörig an der Bausubstanz der zentralen, eingeschossigen Tiefgarage in der Innenstadt gezehrt.

Künstlerisch versehen wird die Sichtbetonfläche des künftig breiteren Treppenabgangs mit passenden Spruchbändern Goethes – gestaltet vom Schriftkünstler Peter Malutzki.

Lange wurde die Sanierung hinausgezogen, wurden Kosten abgewogen, Überlegungen für die Gestaltung des Treppenabgangs aufgeworfen und wieder verworfen. Da war die Rede von einer Überdachung und Verbreiterung des Treppenauf- und -abstiegs, und auch der Wunsch nach einem Aufzug wurde geäußert. Kommen wird nur die Verbreiterung auf 1,50 Meter. „Dies erlaubt es zwei Personen, bequem aneinander vorbeizugehen“, erläutert Listmann. Über alle anderen zu Papier gebrachten Ideen zog sich schließlich ein dicker roter Strich. Behinderte sind aber nicht aufgeschmissen. Sie können weiterhin über den Aufzug im Haus der Wirtschaft in die Tiefgarage gelangen. Für sie wird es künftig zwar etwas weniger, dafür aber deutlich breitere Behindertenparkplätze geben.

Stromtankstelle für Elektrofahrzeuge

Den anderen Autofahrern stehen infolgedessen vier Plätze weniger zur Verfügung, auch wegen der breiteren Treppe. Immerhin sind es noch 114 an der Zahl. Und es gibt künftig eine Stromtankstelle für Elektrofahrzeuge. Eigentlich sogar zwei, „die eine ist aber dem OB vorbehalten“. Seine bisherige oberirdische Zapfsäule am Rathaus wird nach unten verlagert – auch er muss dann im Untergrund parken.

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Bis dahin wird es aber noch ein Weilchen dauern. Betonsanierung, brandschutztechnische Ertüchtigung, die Sanierung der Bodenplatte und das Aufbringen einer neuen Epoxidharz-Bodenbeschichtung, das Reinigen und Streichen von Wänden und Stützen sowie die Erneuerung eines Großteils der technischen Ausrüstung (Lüftung, Sanitär, Elektro) – das alles kostet neben Geld auch Zeit. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft im Dezember soll die Garage jedoch wieder öffnen und trocken gelegt sein.

Parkhaustest in Offenbach

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Für Fußgänger erfreulich: Die Sanierung der Tiefgarage geht zwangsläufig mit der ebenso lange geplanten Umgestaltung des Stadthofs einher, für die sich Projektleiter Michael Becker verantwortlich zeichnet. Da die Garagendecke im Boden vor dem südlichen Eingang des Rathauses in einer Tiefe von 80 Zentimetern sitzt und neu abgedichtet werden muss, wird derzeit das Pflaster und das Erdreich ausgebuddelt. Ab Ende August wird der bisherige Brunnen abgerissen und durch zwei neue, etwa 40 Zentimeter hohe und bis zu 27 Meter lange Wassertische ersetzt, die links und rechts vom Rathauseingang installiert werden. Aus ihnen sprudelt künftig das Wasser, das vor allem Kindern im Sommer innerstädtische Erfrischung bietet – 80 Zentimeter hoch. Das Wasser selbst soll gewissermaßen auf den Tischen stehen.

Wird sicher alles gut aussehen „und die nötige Attraktivität für den Aufenthalt auch der kleinen Offenbacher bieten“, ist OB Schneider überzeugt. Zumal Leuchtbänder das Ganze auch abends ins rechte Licht rücken sollen. Bis dahin wird’s aber September 2014 sein.

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