Tier schwimmt erstmal weiter

Tierschützer verhindern Fang von Problem-Wels

Offenbach - Die Jagd auf den Problem-Wels im Offenbacher Dreieichweiher schlägt immer höhere Wellen: Der Angelsportverein Neptun, den die Stadt mit dem Fang beauftragt hatte, ist kurzfristig von dieser Aufgabe zurückgetreten.

Hintergrund sind, wie aus Vereinskreisen zu hören, Ankündigungen von Tierschützern, die Angler gegebenenfalls bei ihrer Arbeit zu behindern und gegen sie zu demonstrieren. „Da gab es regelrechte Hasstiraden gegen uns“, berichtet ein Neptun-Mitglied. „Eigentlich hatten wir vorgehabt, den Wels zu fangen, aber als ich am Mittwochabend zu unserer Besprechung gegangen bin, haben die Kollegen mir schon ihre Smartphones ins Gesicht gehalten.“ Auf den Handy-Bildschirmen seien per WhatsApp versandte Textnachrichten zu sehen gewesen, in denen Tierschützer gegen den geplanten Welsfang Stimmung machten. Diesen Ärger wollten sich die Angler nicht einhandeln.

Auch die Tierschutzorganisation Peta soll sich gegen die Problemfisch-Jagd ausgesprochen haben, wie es aus Vereinskreisen heißt. „Bis vor kurzem waren wir nicht involviert“, dementiert Peta-Sprecherin Tanja Breining. Als Reaktion auf unsere Berichterstattung habe sie dem Offenbacher Umweltamt aber gestern Nachmittag eine E-Mail geschrieben. „Wir möchten, dass der Wels aus dem Weiher in den Main umgesetzt wird und begrüßen die Entscheidung der Angler.“

Dass ihr Wunsch in Erfüllung geht, ist jedoch unwahrscheinlich: Die obere Fischereibehörde – das Regierungspräsidium Kassel – hat dem Umweltamt nahegelegt, den Wels gerade nicht umzusetzen. Als nicht geschützter Fisch dürfe dieser ganzjährig gejagt werden. Wie berichtet, hat der hungrige Wels unlängst Entenküken gefressen und gefährdet andere Tiere. 2017 war er zwar schon einmal gefangen worden, wurde damals aber wieder in die Freiheit entlassen. (mei)

Bilder: Diese sieben Tierarten sind in Hessen unerwünscht

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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