Experten stehen Lesern bei Telefonaktion Rede und Antwort

Tipps zur Finanzierung der eigenen vier Wände

Offenbach (ku) - Das historische Zinstief und die hohe Nachfrage bei Sachwerten machen die selbst genutzte Immobilie immer beliebter.

Wer beabsichtigt, sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen, sollte vor allem das Finanzierungskonzept auf eine solide Basis stellen, denn eine realistische Berechnung der Finanzen bildet die Grundlage für ein erfolgreiches Bauvorhaben.

Wie könnte eine richtige Mischung aus verschiedenen Finanzierungselementen aussehen? Welche staatlichen Fördermaßnahmen gibt es? Ist ausreichend Eigenkapital vorhanden, um sich finanziell nicht zu übernehmen? Worauf sollte im Beratungsgespräch geachtet werden und welche Unterlagen sind nötig? Wie unterscheidet man seriöse von unseriösen Angeboten?

Bei einer kostenlosen Telekonaktion beantworten Experten am Donnerstag von 16 bis 18 Uhr Fragen von Lesern. Am Telefon:

Peter Napitupulu, Bauspar- und Finanzierungexperte vom Verband der Privaten Bausparkassen e. V. (Telefonnummer: 0800/00009881);

Karin Kuhn, 1. Vorsitzende und Geschäftsführerin Haus & Grund Wetzlar e. V., Wohnungswirtschaftlerin unter (080000009882).

Wie viel Eigenkapital ist notwendig? Die Bausparkassen oder Banken beziehen für die Berechnung das vorhandene Eigenkapital, wie zum Beispiel einen zuteilungsreifen Bausparvertrag und natürlich das Einkommen, nach Abzug aller Lebenshaltungskosten, ein. Daraus ergibt sich die vorhandene Solvenz des Bauinteressenten, welche zur Tilgung eines Immobilienkredits notwendig ist. Eigenkapital muss zwar nicht zwingend vorhanden sein, doch auch im Sinne des Interessenten sollten wenigstens 20 Prozent der Kosten aus eigener Tasche zur Verfügung stehen. Für eine solide Finanzierung gilt die Faustformel: 20 bis 30 Prozent Eigenkapital, 20 bis 30 Prozent Bauspardarlehen und 40 bis 60 Prozent Hypothekendarlehen. Staatliche Förderung und Förderprogramme unterstützen den Bau- oder Kaufwilligen außerdem.

Im Tarifangebot vieler Bausparkassen und Banken gibt es Optionstarife, das heißt, dass ein Tarif in sich mehrere Tarifvarianten vereinigt, die sich durch unterschiedliche Zinsniveaus oder verschiedene Laufzeiten unterscheiden. Der Bauwillige hat hier die Möglichkeit, auch noch nach Vertragsabschluss die gewählte Tarifvariante zu wechseln. Bei allen Tarifen kann der Vertrag flexibel genutzt werden. Wird ein Baudarlehen schon während der Ansparzeit benötigt, erhält der Bausparer einen tilgungsfreien Kredit von seiner Bausparkasse, der später nach Ablauf der Ansparphase mit dem Bausparvertrag abgelöst wird.

Wer kurzfristig einen Kredit, beispielsweise für die energetische Sanierung, benötigt, kann von der Bausparkasse oder Bank auch ohne einen zugeteilten Bausparvertrag Geld in Form der Zwischenfinanzierung zur Verfügung gestellt bekommen. Die Zwischenfinanzierung setzt bei Bausparkassen indes voraus, dass der Vertrag mit dem tariflichen Mindestsparguthaben bespart ist. Die Zinsen hierfür sind auf die volle Zwischenkreditsumme bis zur Zuteilung des Bausparvertrages zu leisten. Auf das Bausparguthaben werden die tariflichen Guthabenzinsen gewährt.

Die Zinsen unterliegen der Kapitalertragssteuer. Wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt, können Kapitalerträge bis zu einer Höhe von insgesamt 1602 Euro bei zusammen veranlagten Ehegatten beziehungsweise 801 Euro bei allen anderen Sparern ohne Abzug eines Zinsabschlages gutgeschrieben werden.

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