Tipps fürs Bewerbungsgespräch

Offenbach ‐ Etwas nervös sitzt der 14-jährige Yassin seiner Beraterin Marrit Jessen gegenüber. Bisher verläuft das Bewerbungsgespräch gut für den Hauptschüler. Warum sich die Expertin von der Deutschen Bank unter allen Bewerbern ausgerechnet für ihn entscheiden solle? Von Thomas Holzamer

Yassin stutzt – die Frage hat in völlig unvorbereitet getroffen, wie er gesteht. Glücklicherweise war es nur Training, das Bewerbungsgespräch fiktiv.

Ähnlich erging es gestern rund 40 Haupt- und Realschülern aus Offenbach beim „Hauptschultag“ in der Industrie- und Handelskammer (IHK). In fünf verschiedenen Schritten wurde der Nachwuchs dabei fit für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz gemacht. Auf dem Programm standen neben der Recherche nach Ausbildungsmöglichkeiten auch das richtige Telefonieren mit dem zukünftigen Arbeitgeber, die Vorbereitung des Bewerbungsgespräches, angemessene Kleidung und die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen. Danach galt es, das Gelernte in einem fiktiven Bewerbungsgespräch anzuwenden. Viele der Schüler könnten ihre persönlichen Stärken nicht richtig verkaufen, sagt Gesine Könze, eine der insgesamt zehn Mitarbeiter der Deutschen Bank, die zuvor die Beratungsgespräche mit den Schülern geführt hatten. „Hier haben die Schüler die erste Möglichkeit, mit der Wirtschaft in Kontakt zu kommen“, erläutert André Bruchmann von den Wirtschaftsjunioren. Das passiere beim „Hauptschultag“ fast spielerisch. „Den Jugendlichen fehlt oft nur ein Anstoß, eine kleine Ermunterung“, ist sich IHK-Referent Max-Martin Deinhard sicher. Damit wolle man der Meinung entgegenwirken, dass man mit dem Hauptschulabschluss nichts erreichen könne.

Patenschaftsmodell hilft Berufseinsteigern

Weitere Unterstützung auf dem Weg ins Berufsleben bekommen interessierte Schüler zudem vom Patenschaftsmodell Offenbach. Dabei wird ihnen ein Pate aus dem Wirtschaftsleben zur Seite gestellt, der sie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz begleitet und Hilfestellung bei der Bewerbung gibt. „Gleichzeitig bieten wir den Patenkindern auch kostenlose Nachhilfe an“, erläutert Jörg Meyer, Projektleiter des Modells.

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