Explosion bei Aschaffenburg

Tödliches Unglück auf A3

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Der Krater nach der Sprengung der Weltkriegsbombe in Offenbach.

Offenbach - Nur wenige Kilometer weiter auf der A3 in Richtung Aschaffenburg hatte sich vor acht Jahren ebenfalls bei Bauarbeiten ein schweres Bombenunglück ereignet. 

Am 23. Oktober 2006 detonierte zwischen den Anschlussstellen Aschaffenburg-West und Aschaffenburg-Ost eine Bombe. Der Fahrer einer Fräsmaschine war auf der Stelle tot.

Der Mann hatte mit einer speziellen Maschine eine Betondecke der Autobahn bis zu einer Tiefe von zirka 30 Zentimetern abgehobelt. Die Maschine ist durch die Explosion völlig zerrissen worden. Bei der Detonation sind sieben Fahrzeuge, darunter vier vorbeifahrende Sattelschlepper, zum Teil schwer beschädigt worden.

Autobahnbau 1958 nach Blindgängern abgesucht

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Erst nach dem Unglück wurden Untersuchungen nach im Weltkrieg liegen gebliebenen Bomben in diesem Gebiet aufgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass dort im November 1944 mehr als 3000 britische Bomben abgeworfen wurden. Letztmals war beim Autobahnbau 1958 nach Blindgängern gesucht worden. Wie die SZ später berichtete, wurde einen Monat nach der Explosion im selben Bauabschnitt bei Aschaffenburg eine weitere Bombe gefunden – nach der Auswertung von Luftbildern aus dem Zweiten Weltkrieg.

Im Dezember 1988 wurde in Offenbach begonnen, ein Bombenkataster für das gesamte Stadtgebiet zu erstellen. Es soll bei der Planung von Tiefbau- und Neubaumaßnahmen vor unliebsamen Überraschungen schützen. Aufgeführt sind alle bekannten Bombenabwürfe im Zweiten Weltkrieg. Das Kataster wurde 2011 aktualisiert und kann im Vermessungsamt eingesehen werden. In den vergangenen vier Jahren gab es in Offenbach einige explosive Funde.

9. Juni 2010: Bei Reparaturarbeiten an einem Wasseranschluss an der Taunusstraße im Nordend wurde eine amerikanische Zehnzentnerbombe entdeckt. Spezialisten entschärften die Bombe, die in etwa zwei Metern Tiefe im Boden vor einem Wohnhaus lag.

Weltkriegsbombe auf A3 gesprengt: Bilder

Weltkriegsbombe auf A3 gesprengt 

August 2011 und Oktober 2012: Der Offenbacher Jeremy Mackeldey suchte im Stadtwald Pilze und fand Bomben. Im August 2011 entdeckte er eine Stabbrandbombe. Im Oktober 2012 fand er im dichten Forst zwischen dem Gelände der Arbeiterwohlfahrt und der Autobahn die zweite britische Bombe, die auch einen halben Meter lang war. Beide Male beseitigte der Kampfmittelräumdienst die Sprengkörper.

28. Mai 2012: Bei Ausschachtungsarbeiten mit einem Bagger an der Löwenstraße (ehemaliges Opelgelände) fanden Bauarbeiter eine zentnerschwere Fliegerbombe. Sie wurde von Gerhard Gossens, dem Leiter des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium Darmstadt, und Hans-Jürgen Keller von der auf die Entschärfung von Blindgängern spezialisierten Firma Tauber unschädlich gemacht.

Krater auf der A3, Stau in der Region

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joko

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