Töpfern für Clown-Doktoren

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Kuschelweich und mit einer Jacke, an der Kinder das Knöpfen und Schleifenbinden lernen sollen, hat Ingrid Arnold ihren Teddybären für den Adventsbasar gestaltet.

Offenbach ‐ Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, im Keller von Ingrid Arnold bastelt der Weihnachtsmann persönlich die Geschenke für Heiligabend. Von Katharina Platt

In einem kleinen Zimmer entstehen kuschelige Teddybären, lebendig dreinblickende Püppchen und zierliche Puppenkleider. Die Puppen und Bären fügen sich harmonisch in das Räumchen mit Blümchentapete und verzierten Kissen.

Lange werden einige der kuscheligen Gefährten nicht mehr bleiben. Am Freitag, 27. November, stellt Ingrid Arnold sie für den Adventsmarkt „Weihnachtliches aus Ofen und Ofen“ der evangelischen Lauterborngemeinde zur Verfügung. Gemeinsam mit ihrer Töpfergruppe organisiert die Offenbacherin jedes Jahr die Veranstaltung, die mittlerweile über die Grenzen von Stadt und Kreis bekannt ist. Jeden Donnerstag treffen sich die 17 Kreativen in einem Raum der Gemeinde, um zu töpfern. Aber nicht alle Objekte entstehen in den Gemeinderäumen.

Auch zwei weitere Räume im Untergeschoss des Hauses von Ingrid Arnold sind für das gestalterische Wirken der 73-Jährigen reserviert. Zentrum ihres Schaffens ist der Brennofen. Aus ihm lugt eine zarte Figur im Wintermantel und mit Löckchen. Um sie herum liegen frisch gebrannte Glocken und kleine Anhänger für den Weihnachtsbaum. Auf einer Ablage gegenüber trocknet ein getöpfertes Hexenhaus. Die Arbeiten der freien Graphikerin bestechen durch feine Details.

Erlöse des bärigen Verkaufs kommen Kindern zugute

Fingerspitzengefühl haben auch ihre „Töpferschwestern“ aus der Lauterborngemeinde. Seit 27 Jahren entstehen in der Gruppe getöpferte Meisterwerke und andere Handarbeiten. Hochwertige Schalen, Dosen, Lampen, Dekorationsartikel und vieles mehr erwarten die Besucher von 17 bis 20 Uhr in den Räumen der Gemeinde. „Es wird bärig“, verspricht das Plakat und verrät, dass der weiße Teddy, der noch in Ingrid Arnolds Puppenstube wohnt, Gesellschaft von Kollegen bekommen wird. Auch getöpferte Puppen und Figuren warten auf Kunden, die von der Gruppe mit Kartoffelgerichten und Getränken versorgt werden. Der Erlös des Verkaufs wird, wie in den Jahren zuvor, gespendet. 20 Jahre haben die Töpferartikel einen Krankenwagen in Bombay finanziert. In diesem Jahr sollen die Einnahmen an die Clown-Doktoren gehen, die kranke Kinder im Stadtkrankenhaus besuchen. „Die meisten in der Gruppe haben Enkel, die auch schon mal krank waren“, erklärt Arnold.

Von 14 bis 22 Uhr treffen sich die 15 Damen und zwei Herren jeden Donnerstag zum Gestalten. Dreimal im Jahr intensivieren sie die Produktion bei ihren „Töpferwochen“. Dann wird sogar schon im April an Weihnachtskrippen und Christbaumschmuck gearbeitet. Dass in der Gruppe hochwertige und einzigartige Arbeiten entstehen, hat sich sogar bis nach Polen rumgesprochen. „Einige Kunden reisen extra wegen unserer Produkte an“, versichert Arnold.

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