An Buswendeschleife fehlt Alternative

Kein passender Platz für Abort?

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Für die einen Ärgernis, für die anderen Notwendigkeit: An der Rumpenheimer Wendeschleife entsteht eine neue Toilette für die OVB-Busfahrer.

Rumpenheim - „Willkommen in Offenbach, es grüßen die Fäkalien. “ Das klingt abstoßend, trifft aber nach Carina Kiwus’ Meinung genau die Situation. Grund für ihre Empörung ist ein neues Toilettenhaus an der Buswendeschleife Rumpenheim. Von Martin Kuhn

Ihre Ablehnung hat Kiwus elektronisch verfasst. Die Liste der Empfänger umfasst unter anderem Bürgermeister, Bauaufsicht, Verkehrsbetriebe. Kernaussage: Die Neubaupläne für das stille Örtchen sind der Verkehrssicherheit und dem Auge abträglich. Unstrittig ist bei allen Beteiligten: An der Wendeschleife hinter dem Rumpenheimer Schlosspark, im Dreieck zwischen Clara-Grein- und Schlossgartenstraße gelegen, ist ein Abort für die Busfahrer notwendig. Die bisherige Einrichtung müssen die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) aufgeben, da die Lösung mit einer Fäkaliengrube nicht weiter statthaft ist. Die OVB haben den erforderlichen Neubau auf einer etwa vier Quadratmeter messenden Grundfläche mit Stadt und Projektentwicklungsgesellschaft OPG abgestimmt. Geschäftsführerin Anja Georgi: „Alle Genehmigungen liegen vor.“

Kein Wunder also, dass die notwendigen Erdarbeiten bereits gestartet sind auf der bisherigen Freifläche direkt an der Schlossgartenstraße. Genau diese Wahl des WC-Standorts stößt Kiwus, die Miteigentümerin des Hauses Nummer 33 ist, und einer weiteren Familie bitter auf. „Nicht nur, dass das Toilettenhaus nun vor dem Wohnzimmerfenster stehen soll“, heißt es in ihrem Schreiben. Vielmehr erkennt sie für die Zukunft eine „unnötige Verkehrsgefährdung“. Nach ihrer Einschätzung wird durch das Häuschen die Sicht „für die ausfahrenden Busfahrer Richtung Biebernsee blockiert“. Zudem entstehe eine Einschränkung für den Verkehr, der aus Mühlheim über die Clara-Grein-Straße nach Offenbach komme. „Das muss nicht sein und könnte durch die Verlegung des Stellplatzes nach hinten vermieden werden“, argumentiert die Rumpenheimerin und liefert gleich eine Lösung: Das Häuschen ist um 50 Meter nach hinten versetzt zu bauen.

Ästhetisches Unbehagen

„Dann müssen die Wasserleitung und die Abwasserleitung eben 50 Meter länger sein, und das Problem ist für alle Beteiligten einvernehmlich gelöst. Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb eine solche einvernehmliche und nahe liegende Lösung bisher blockiert wird.“ Es fehle lediglich an ein wenig gutem Willen, findet Kiwus. „Nein“, widerspricht Georgi. Es fehle mitnichten am Willen, sondern schlicht am Geld. „Als städtisches Unternehmen sind auch wir an Sparvorgaben gebunden.“ Heißt: Da der neue Lokus an den öffentlichen Abwasserkanal anzuschließen ist, wurde aus Kostengründen eine möglichst kurze Strecke gewählt. „Die vorgeschlagene Variante wäre doppelt so teuer geworden. Das können wir nicht darstellen.“

Dass der gewohnte Blick von Schlosspark und Kirchturm künftig „frontal auf ein Toilettenhäuschen in exponierter Lage gelenkt wird“, wie Kiwus ihr ästhetisches Unbehagen ausdrückt, ändert nichts an Georgis Einschätzung. Zumal die Planer etwas anderes zu berücksichtigen hatten: Die Bäume auf der kleinen Freifläche sollten erhalten bleiben.

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