Noble Bestandspflege im Stadion

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Motivator: Extrembergsteiger Thomas Huber berichtete in Wort und Bild von der „Passion Berg“.

Offenbach - Ja, er stehe zur Werbung mit der Milchschnitte, schließlich komme es nur darauf an, bewusst zu genießen. Und nein, beim Anblick des Stadions denke er nicht daran, wo sich da eine Klettermöglichkeit ergeben könnte, aus diesem Alter sei er raus. Von Matthias Dahmer

Thomas Huber (46), der ältere des als Extremkletterer bekannten „Huberbuam“-Duos, sitzt entspannt im Presseraum hoch überm Rasen des Sparda-Bank-Hessen-Stadions und plaudert. Über die Geheimnisse der Motivation und über die Stärke, die man aus Niederlagen saugen kann. Der Protagonist des modernen Bergsteigens wird die Botschaften später in Variationen einem ausgesuchten Publikum in einem Vortrag überbringen.

Der drahtige Bayer, der mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder spätestens seit dem preisgekrönten Dokumentarfilm „Am Limit“ einem großen Publikum bekannt wurde, ist Zugpferd beim diesjährigen „Top 100 Offenbach“ genannten Treffen der lokalen Wirtschaft, das diesmal unter dem Motto „Gesundheit-Sport-Leistung“ steht. Es ist die 15.  Auflage des zwanglosen Gedankenaustausches von Firmenlenkern, sagt der Organisator und städtische Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger.

154 Anmeldungen sind es diesmal

154 Anmeldungen sind es diesmal, von den größten wie Areva mit mehr als 1000 Beschäftigten bis hin zu Unternehmen mit ein paar Dutzend Mitarbeitern. „Ganz klar, die Veranstaltung ist mittelständisch geprägt, das ist die Gruppe, die wir im Blick haben“, erläutert Amberger. Auch das Ziel ist für den Wirtschaftsförderer definiert: Bestandspflege verbunden mit davon erhoffter nach außen getragener Mundpropaganda. „Die Firmen lernen sich beim Bier kennen, daraus ergeben sich oft bessere Beziehungen als bei offiziellen Gesprächen“, sagt Amberger. Und Thomas Huber, dessen Honorar die Sparda-Bank zahlt, weiß: „Der wichtigste Moment bei einem Geschäft ist der Absacker an der Bar.“

„Top 100“ lockt regelmäßig mit Prominenz. Die Minister Waigel und Geißler sprachen ebenso schon vor Offenbachs Unternehmern wie die rheinische Fußball-Frohnatur Reiner Calmund.

Alles zum Spada-Bank-Hessen-Stadion lesen Sie im Stadtgespräch

Am Mittwochabend sind vor Hubers Vortrag Willkommensgrüße von Oberbürgermeister Horst Schneider und Stadtwerke-Chef Peter Walther zu hören, Sozialminister Stefan Grüttner und Hyundai-Deutschland-Boss Markus Schrick referieren zum Thema. Am Ende gibt’s das, was dem Magistrat wegen der Finanznot mittlerweile verwehrt wird – von der Stadt spendierte Schnittchen.

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