Tore für Offenbach erhöhen die Nachfrage

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Leben in Rot-Weiß: Sascha Reissmann und Klaus und Uschi Wassem vom Fanshop. Zwischen Wimpeln und Shirts verkaufen sie am häufigsten Trikots (auch individuell bedruckt) und Tickets. Vor dem Spiel gegen Bochum waren es 5.500 Karten.

Offenbach ‐ Der Fanshop auf dem Bieberer-Berg ist Kommunikationszentrum und Geschäft in einem. Wenn der OFC siegt, kommen auch mehr Kunden. Familie Wassem steht seit 45 Jahren hinter der Theke. Von Katharina Skalli

Klaus und Uschi Wassem sind fester Bestandteil des Teams und aus dem rot-weißen Getümmel aus Wimpeln, Trikots, Schals und Feuerzeugen nicht mehr wegzudenken. Die Jüngeren kaufen ihren Schal oder Tickets schon mal auf der Internetseite des Shops. Sie wird von Sport- und Fitnesskaufmann Sascha Reissmann betreut. Der 24-Jährige hat sie selbst gestaltet.

Der aktuelle Rummel um die erste Mannschaft, die in dieser Saison noch kein Spiel verloren hat, beschert auch dem Geschäft vor dem Stadion höhere Besucherzahlen. Vor dem Pokalspiel gegen den VfL Bochum stieg die Nachfrage an Trikots. Vor Anpfiff waren die Regale leer. Nun sind sie wieder gut gefüllt.

Während Uschi Wassem die Leibchen aus den Kisten holt, spannt Sascha Reissmann sie in die Flockmaschine. Ihnen allen fehlt noch ein goldener Ring um das runde Vereinsemblem auf der Brust. Erst dann bringt es dem Team um Trainer Wolfgang Wolf Glück.

Dass es tatsächlich so ist, daran glauben einige der vielen Kickers-Fans. Reiner Wilkus ist einer von ihnen. Regelmäßig trug er seine „geliebte Kickersmütze“ zu den Spielen. Nach dem letzten Heimspiel der vergangenen Saison überließ er sie jedoch einem Freund, der aus den USA zu Besuch war, in der Hoffnung, sich jederzeit eine neue im Fan-Laden kaufen zu können. Doch er hofft vergeblich: Die Mützen im Shop sind aus. Doch die Bestellungen sind schon raus. In etwa vier bis sechs Wochen gibt es Nachschub.

Bis andere Artikel nachbestellt werden, kann es dauern, denn der Drittligist ist zwar auf Erfolgskurs, hat aber lange nicht das Budget wie Mannschaften in der zweiten Liga. Wenn die Kickers weiter gewinnen, profitiert davon auch der Fanshop. Vor dem Spiel gegen Bochum, standen die Anhänger, natürlich in rot-weiß, bis auf die Straße und kauften die Fächer leer.

Seit die Saison am 23. Juli begonnen hat und bisher keine Drittliga-Mannschaft siegreicher war als der OFC, greifen auch die Fans öfter zur Geldbörse. „Wir bräuchten viel mehr Produkte“, sagt Uschi Wassem. „Die Leute sind von der Zeit in der zweiten Liga noch etwas verwöhnt“, meint dagegen ihr Mann. Das Fanshop-Team um Chef Bruno Dos Santos ist sich sicher: „Wenn der Boom weiter anhält, wird das Sortiment erweitert.“ Nach der schlechten Rückrunde Anfang des Jahres sei man einfach erst mal vorsichtiger. Und Fan Reiner Wilkus weiß außerdem: „Seit ich keine Mütze mehr trage, gewinnen wir. Vielleicht soll es so sein.“

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