Trachtenblusen und Nelkenduft

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Karin Müller in ihrem hübschen Blumenladen Kraut & Kram an der Senefelderstraße 15 ( 069 26910378). Geöffnet ist montags, dienstags, donnerstags und freitags, jeweils von 9 bis 13 sowie von 15 bis 18.30 Uhr, außerdem mittwochs und samstags zwischen 9 und 13 Uhr.

Offenbach - Heike Müller hat ein echtes Schmuckstück aus dem Ladengeschäft an der Senefelderstraße 15 gemacht: Neben der Bäckerei Ködel hat die 40-Jährige ihren eigenen Blumenladen eröffnet. „Kraut & Kram“ nennt sie ihn, weil dort außer Pflanzen auch jede Menge Accessoires wie Kerzen, Windlichter, Geschenkpapier und Schmuck zu finden sind. Von Simone Weil

Deswegen kann man in den beiden liebevoll eingerichteten und dekorierten Räumen auch herrlich stöbern und feine, kleine Mitbringsel oder Geschenke für sich selbst finden. Im Moment bietet die Floristin entzückende, geblümte Trachtenblusen aus dem Bayerischen Wald an. Wer die nicht an der üblichen Stelle tragen mag, bindet sie wie die Inhaberin des Ladens um die Hüfte oder trägt sie eventuell auch als Schal!

Alte Stühle und Schränkchen, eine historische Nähmaschine und hölzerne Weinkisten dienen im hinteren Raum Topfpflanzen und herrlichem Nippes als Präsentationsfläche. Auch Hutschachteln und einen abgegriffenen Koffer hat die Offenbacherin für Dekorationszwecke entfremdet. Im in Weiß gehaltenen Eingangsraum stehen die frischen Schnittblumen, Topfpflanzen und kleine Arrangements und Gestecke.

Hier ist eine Bastlerin am Werk, das lässt sich nicht verhehlen: Karin Müller bietet eigenhändig geschaffene Gruß- und Glückwunschkarten an, aber auch kleine Kränzchen, die sie mit getrockneten Blüten bestückt. Die schönen Kränze fürs Fenster sind beidseitig dekoriert. An solche Details lässt sich erkennen, dass sich die Schöpferin Gedanken gemacht hat: „Bei den meisten Kränzen schaut man auf eine nackte Seite“, erklärt sie.

Zeit für einen Tapetenwechsel

Die Floristin, die 20 Jahre lang in einem Blumengeschäft in Obertshausen gearbeitet hat, war der Meinung, dass es Zeit für einen Tapetenwechsel sei und machte sich Ende vergangenen Jahres selbstständig. „Natürlich sind die Zeiten schwierig, aber wenn es gar nicht klappt, habe ich es wenigstens versucht“. Immerhin arbeitet sie in ihrem Wunschberuf: „Ich wollte schon als Kind Floristin werden“,erzählt sie. Weil die Eltern einen Garten haben, hat sie dort immer gewerkelt, Sträuße gebunden und mit Rosenblättern gebastelt. Deswegen fiel die Entscheidung nach der Mittleren Reife an der Bachschule dann tatsächlich für die Ausbildung zur Blumenbinderin. Ihre Ausbildung absolvierte sie zunächst bei Richard Kitzinger und arbeitete dann viele Jahre als Angestellte.

Beim Angebot setzt der bekennende Kickersfan („Beim Spiel kann man gut abschalten.“)auf Frische: Lieber nimmt sie eine etwas kleinere Auswahl in Kauf und hat dafür häufiger neue Ware im Laden. Eine Lanze möchte sie für die Wiederentdeckung der verkannten Nelken brechen: „Viele Leute glauben, die gehören nur aufs Grab.“Dabei habe die Blume eine große Farbvielfalt zu bieten und auch einen schönen Duft.

Vor allem ausgefallene Sorten schätzt sie bei den Topfpflanzen: „Die Geranien kaufen die Leute doch sowieso im Baumarkt, da muss ich in meinem Laden etwas anderes anbieten.“

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