„Rad, Wein und Gesang“

Traditionsreiches Radrennen feiert Comeback nach Corona-Pause

Packende Rennen: Je nach Altersklasse mussten unterschiedlich viele Runden zurückgelegt werden.
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Packende Rennen: Je nach Altersklasse mussten unterschiedlich viele Runden zurückgelegt werden.

Die Veranstaltung „Rad, Wein und Gesang“ in Offenbach zurück. Das Radrennen über den Hessenring lockt zahlreiche Besucher - trotz Corona.

Offenbach - Letztes Jahr fiel das Radrennen der Pandemie zum Opfer - dieses Jahr durften die Pedalritter wieder an den Start gehen und für einen rasanten Nachmittag sorgen: Nach recht knapper Vorbereitungszeit rollten die Rennräder beim Radsportwettbewerb im Zuge der Veranstaltung „Rad, Wein und Gesang“ am Samstag über den Hessenring.

Bereits im Vorfeld durfte sich der ausrichtende Verein, der RSC-Offenbach-Bürgel, schon über eine große Resonanz von Teilnehmeranmeldungen freuen, wie Jürgen Bamberger aus dem Vorstand des Radsportvereins verriet. 198 Radler traten in den über den Tag verteilten Rennen in verschiedenen Klassen an.

„Ich bin schon seit halb sieben auf den Beinen“: Am Samstagmorgen ging es für Jürgen Bamberger und seine Crew schon früh los, obwohl der Abend zuvor auf dem Weinfest, das als Auftaktveranstaltung das diesjährige „Rad, Wein und Gesang“ eingeläutet hatte, erst ein paar Stunden vorher beendet worden war.

„Rad, Wein und Gesang“ zurück nach Corona-Pause: Fahrradrennen gehört in Offenbach zur Tradition

Aber schließlich musste die Rennstrecke vorbereitet werden: Vom Hessenring über den Landgrafenring und durch den Lichtenplattenweg zurück auf den Hessenring entstand der bewährte Rundkurs, der eine Länge von genau einem Kilometer aufwies. Gegen sieben Uhr morgens sorgten Bamberger und seine Helfer dafür, dass die Strecke mit einer temporären Straßenbeschilderung autofrei und renntauglich gemacht wurde. Außerdem wurden 150 Absperrgitter aufgestellt, hinter denen die Besucher sich ab Mittag am Rand des Rundkurses versammeln konnten, um ihre Favoriten anzufeuern.

Begonnen wurde gegen Mittag mit der „Offenbacher Stadtmeisterschaft“, die bereits seit 1950 zur Offenbacher Tradition gehört. Gewidmet wurde dieses Eröffnungsrennen dem kürzlich verstorbenen langjährigen RSC-Mitglied Konrad Prieur, der in den 50er-Jahren den Titel des Stadtmeisters gewann. Kurios war die Bestzeit, die hier für die 40 Runden erzielt wurde und mit der die Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers gar nicht erst berechnet werden musste: 59 Minuten und 59 Sekunden auf 40 Kilometern sei „enorm für die Hobbyklasse“, befand Bamberger anerkennend.

Zum Auftakt ein Gläschen: Organisator Jürgen Bamberger (rechts) freut sich nach der Zwangspause 2020 über die Rückkehr von „Rad, Wein und Gesang“.

Die folgenden Rennen wurden nach Altersklassen gestaffelt: Beim U11-Rennen wurde der Rundkurs 14 mal zurückgelegt, bei den U13-Teilnehmern bereits 18 mal. 24 Runden mussten die Teilnehmer aus der U15-Gruppe fahren, die U17-Radrenner 36. In dieser Gruppe durften auch erwachsene Frauen ab 23 Jahren teilnehmen, die mit einer eigenen Wertung innerhalb des Rennens fuhren.

„Rad, Wein und Gesang“ in Offenbach: Gesang fällt aufgrund der Corona-Pandemie aus

Der späte Nachmittag gehörte den gestandenen Rennradlern: 78 Starter standen im Feld der Amateurklasse mit 60 Runden, für die 50 Elite-Amateure, die den Abschluss der Rennserie bildeten, gab es noch einmal sechs Runden mehr. Die Teilnehmer dieser beiden Gruppen waren unter anderem aus Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Bayern und Sachsen angereist. Hier wurden die Teilnehmer mit den vorderen Platzierungen mit Geldpreisen bedacht. Für die Rennfahrer der jüngeren Gruppen gab es Sachpreise, Pokale und Tigerschleifen - für die älteren gab es auch noch ein Fläschchen Sekt. „Rad, Wein und Gesang“ - auch wenn die Pandemie den „Gesang“ in diesem Jahr ausklammern musste, blieb es in diesem Jahr bei diesem Motto. Schließlich hat sich dieses Fest für Freunde des Radrennens am Hessenring seit 2015 so etabliert.

Bereits am Freitag, einen Tag vor dem großen Renntag, wurde der Auftakt mit einem Weinfest begangen: Von ehrenamtlichen Helfern organisiert, durften die Besucher bei lauschiger Abendsonne beieinandersitzen und bei einem Gläschen Wein die schöne Atmosphäre auf der Grünfläche am Hessenring genießen. Für den ausgefallenen Gesangsbeitrag gab es immerhin ein schönes Trostpflaster vom Offenbacher Kinomacher Daniel Brettschneider: Der zeigte Bilder von Radrennen und ließ einen Radsportfilm über die große Leinwand flimmern.

Die Inspiration für „Rad, Wein und Gesang“ hat Jürgen Bamberger, der in Offenbach das Fahrradfachgeschäft artefakt betreibt, aus seiner eigenen Zeit als Radrennfahrer gewonnen: Damals lernte er vor allem in der Pfalz die Art kennen, Radsportkultur zu zelebrieren - und brachte dieses in einer mittlerweile bewährten Kombination aus Weinfest und Radrennen nach Offenbach. (Jan Schuba)

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