Ein Treffpunkt fürs Wohnviertel

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Eine helle und freundliche Bäckerei ist an der Hermann-Steinhäuser-Straße 2a entstanden. Von dem Geschäft versprechen sich Stadt, GBO und Betreiber eine weitere Aufwertung des Viertels.

Offenbach - Vor der neuen Bäckerei an der Hermann-Steinhäuser-Straße 2a herrscht ein Riesenauftrieb. Sogar die Straße ist gesperrt, damit geladene Gäste an Stehtischen genügend Platz haben. Von Simone Weil

Der Rummel, der mit einer Geschäftseröffnung nichts mehr zu tun hat, erklärt sich nur damit, dass besonders viele Erwartungen mit dem neuen Laden der türkischen Familie Cavus in der östlichen Innenstadt verknüpft sind. Deswegen ist auch Staatsminister Stefan Grüttner gekommen und lobt, dass neben dem leuchtenden Gebäude des „Lichtpols“ in Orange und Rot erneut „ein Schmuckstück“ geschaffen worden sei.

Einen „Meilenstein“ zur Revitalisierung des Mathildenviertels nennt Winfried Männche, Geschäftsführer der Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO), die Neueröffnung. Immerhin hat die GBO fast 5,5 Millionen Euro in die frühere Hartnackschule und Nachbargebäude gesteckt. Insgesamt sind es 12 Millionen Euro, die die Tochter der stadteigenen Stadtwerke Offenbach Holding seit 2006 in diverse Gebäude an der Hermann-Steinhäuser-Straße investiert hat. Hinzu kamen Mittel aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“, von denen das Problemviertel inzwischen profitiert, „bei dem vielleicht zu lange weggeschaut wurde“, wie Oberbürgermeister Horst Schneider einräumt.

Geschäftszeiten auf Nachfrage ausweiten

Mit der Bäckerei in einer früher nur nachts geöffneten Gaststätte, die aber bereits seit gut anderthalb Jahre geschlossen war, soll ein Treffpunkt im Quartier entstehen, hofft Peter Ambros, Sprecher der Bürgerinitiative östliche Innenstadt, vor allem mit Blick auf die umfangreichen Öffnungszeiten zwischen 6 und 20 Uhr werktags sowie sonntags von 7 bis 20 Uhr. Je nach Nachfrage könnten die Geschäftszeiten später auch ausgeweitet werden, kündigt Erol Cavus an.

In die Innenausstattung der Bäckerei mit insgesamt 524 Quadratmetern Fläche hat die Familie, die eine Bäckerei an der Sandgasse und eine Filiale in Lauterborn betreibt, etwa 200.000 Euro investiert.

Nicht nur Brot, Brötchen und Kuchen sind im Angebot der Bäckerei, sondern Kaffee, belegte Brötchen, Snacks, Erfrischungsgetränke und auch alkoholische Getränke. Warme Speisen soll es auch geben. Damit alles in Ruhe und in gemütlicher Atmosphäre verzehrt werden kann, gibt es neben der Selbstbedienungsabteilung und der Theke, an der der Kunde bedient wird, innen 38 Sitzplätze. Vor einer mit rustikalen Backsteinen verkleideten Wand laden Tische in ansprechendem Design aus hellem Holz und Stühle mit schwarzem Leder zum Verweilen ein. Auch im Freien wird es 22 Sitzgelegenheiten geben. „Für unsere Mitbürger können wir es nicht luxuriöser machen, als es jetzt ist“, meint Erol Cavus.

Ganz gezielt habe sich die Familie für den Standort an der Hermann-Steinhäuser-Straße entschieden, an der viele Ausländer, viele Moslems, viele Arbeitslose „und unsere Freunde“ wohnten, sagt der Geschäftsmann. Den Namen „Schanzen-Bäckerei“ habe man von einem Freund in Hamburg geliehen, erklärte Cavus, der einen Mietvertrag für die Dauer von zehn Jahren abgeschlossen hat und im neuen Lokal zunächst etwa 14 Mitarbeiter beschäftigen wird.

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