Treppe ist erst der Anfang

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An der Kita 6 (Goetheschule) wurde bereits eine neue Außentreppe aus Metall montiert. Das Gebäude wird für 1,4 Millionen Euro saniert.

Offenbach ‐ Drei städtische Kitas stehen in diesem Jahr auf der Agenda: Die Kita 2 in der Neusalzer Straße, die 13 am Gravenbruchweg und die Kita 6 an der Goetheschule. Seit Dezember mauern, bohren und verlegen dort die Arbeiter. Von Martin Kuhn

Sichtbarste Veränderung, pünktlich zum heutigen Schulstart fertig gestellt: eine neue Außentreppe. Im August 2011 soll die komplette Sanierung abgeschlossen sein.

Für 1,4 Millionen Euro wird aber weit mehr gemacht als dieser zweite Rettungsweg: doppelt verglaste Fenster, moderne Waschräume, ein verbesserter Brandschutz, optimale Beleuchtung. Oberbürgermeister Horst Schneider: „Das ist gut investiertes Geld für Betreuung und Bildung der 75 Jungen und Mädchen, die die Kita und den Hort besuchen“. Auch dafür zapfte die Kommune einen externen Fördertopf an: Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen fördert das Projekt aus Mitteln des Rili-Invest-Programms für energetische Modernisierung mit 41.000 Euro.

Sanitären Anlagen werden parallel saniert

Der dreigeschossige Bau, seine 113 Quadratmeter Grundfläche grenzen an die Goetheschule, wurde in den Jahren 1915 bis 1919 errichtet – als Wohnung für den Schuldiener, wie der Hausmeister einst genannt wurde. Das Walmdach aus Naturschiefer, die teils einfach verglasten, mehr als 30 Jahre alten Fenster, viele Teile aus Holz und das Mauerwerk mit der Lochfassade bedürfen dringend der Renovierung, um die Kinder in einem zeitgemäßen Umfeld zu betreuen. Das Haus ist eine so genannte Energieschleuder. Die Sanierung hilft auch, die Heizkosten zu senken.

Im ersten Bauabschnitt wurden die Geschosse mit einer Außentreppe verbunden. Dieser zweite Fluchtweg ist dringend erforderlich. Für die Fundamente der Treppe mussten zuvor Leitungen verlegt werden. Der Zugang auf die vormontierte Metallkonstruktion erfolgt neben beziehungsweise über die Waschräume. Deshalb erneuert eine Firma parallel die sanitären Anlagen. Alle Waschbecken, Armaturen und Toilettenschüsseln werden ausgetauscht und rutschfeste Fließen sowie matt weiße Kacheln verlegt. Eine Zu- und Abluftanlage dient der Wärmerückgewinnung.

Zweiter Bauabschnitt beginnt im Juni

Der zweite Bauabschnitt beginnt im Juni. Dreiglasige Holzfenster sollen dann das Gebäude dämmen und auch den Lärm von außen minimieren, da die Kita direkt unter einer Abflugroute liegt. Alle Fenster auf der Südseite erhalten einen Sonnenschutz mit Tageslichtfunktion. Die Außenwand wird mit einem Verbundsystem gedämmt, der Sockelbereich mit farbigen Trespaplatten von den übrigen Teilen der Fassade gestalterisch abgesetzt. Die vorhandenen Natursteinelemente, die massiven Fensterbänke und Friese werden entsprechend der alten Form nachgebildet.

Das Dach wird mit Kunstschiefer neu eingedeckt, die Zwischensparren mit Mineralwolle gedämmt. Die Gauben behalten ihre ursprüngliche Form. Der Eingang zur Kita erhält ein Vordach. Auch die Heizkörper werden erneuert, die Heizungsanlage wird neu dimensioniert, die Warmwasserbereitung an die Fernwärme angeschlossen. Der CO2-Ausstoß des Gebäudes verringert sich um etwa 20.000 Kilogramm.

Im Inneren ersetzt ein Kautschukboden die alten PVC-Beläge. Wände und Decken werden gestrichen, die Türen gegen hellere und zum Teil transparente Modelle ausgetauscht. Auch ein steuerbares Beleuchtungssystem wird künftig zu einer freundlichen Atmosphäre in den Räumen beitragen. Horst Schneider rechtfertigt die Maßnahme: „1,4 Millionen Euro sind eine gewaltige Summe im Etat einer Stadt, die notorisch unterfinanziert ist. Aber: Bildung beginnt schon in den Kindertagesstätten. Geld das wir hier investieren trägt Früchte, mehr als sich in Euro und Cent ausdrücken lässt.“

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