„Trinkfest und arbeitsscheu“

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Der Offenbacher Theaterclub Elmar feiert 100. Geburtstag

Offenbach - Was hat der Theaterclub Elmar mit Hollywood gemeinsam? Der Offenbacher Traditionsverein und die Traumfabrik der Kinowelt sind 100 Jahre alt. Da lag es nahe, die TCE-Jubiläumsgala mit einer Fanfare zu eröffnen, die der Oscarverleihung würdig gewesen wäre. Von Markus Terharn

„Elmars tönende Wochenschau“ nannte es der gut gelaunte OB Horst Schneider, der für die Elmarianer und ihre Gäste im Capitol die Festrede hielt. Im Januar hatte der Oberbürgermeister den Verein mit dem Kulturpreis der Stadt Offenbach ausgezeichnet. Am Samstagabend überraschte Schneider den Vorsitzenden Klaus Walther mit der Bürgermedaille in Silber (Bericht auf dieser Seite).

Wenn ein Theaterclub sich feiert, ist die Hälfte des Programms gesichert – mit Beiträgen seiner Mitglieder. Wie bei den Aufführungen von Komödien und Schwänken üblich, klappte es vor und hinter den Kulissen wie am Schnürchen. TV-tauglich von Nadine Graf und Thomas Isser moderiert, durften sich die Jugendgruppenleiter Eva Thomas und Simon Isser als Clowns betätigen. Der Nachwuchs lieferte einen zwerchfellerschütternden Querschnitt durch die Märchenwelt der vergangenen Jahre, mit Frau Holle und Frosch, putzenden Pinguinen und einer Hexe, die auch mal den Prinzen bekommen möchte.

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Cool geriet die Choreografie zu Michael Jacksons „Thriller“ in Märchenkostümen. Der Werkstatt-Trupp, sonst unsichtbar, wirbelte über die Bretter; die Maskenbildnerin und Darstellerin Anja Büttner intonierte das Jubiläumslied „Und ist der Weg auch noch so weit“; das Publikum sang die beliebte Elmar-Hymne „Trinkfest und arbeitsscheu“.

Das schönste Geburtstagsgeschenk hatte Sandra Sedlaczek mitgebracht, deren Tanzbühne Locomotion die Märchenrevuen bereichert. Dem filmischen Rückblick auf Inszenierungen von „Peter Pan“, „Der Zauberer von Oz“ oder „Die Schneekönigin“ hätte man stundenlang zusehen mögen. Helles Entzücken lösten die Sprüche aus Kindermund aus: „Dabei war das gar keine Gans, sondern die Valentina...“

Auch die Gastkünstler hatten viel zu bieten. Allen voran Kathy Kelly, mit der Kelly Family zu Pop-Ruhm gelangt. Der Star ließ sich nicht lumpen und brachte, die glasklare Stimme mit Gitarre und Akkordeon begleitend, sieben Lieder zu Gehör, darunter den Superhit „Sometimes I Wish I Were An Angel“. Ein Gänsehaut-Moment. Simone und Nicole Sommer begeisterten mit akrobatischer Piraten-Tanznummer. Und das Damen-Quintett DC One versprühte mächtig Erotik.

Artistik und Poesie verband das Duo CatchUp in seiner Leuchtkeulen-Jonglage. Und als Abräumer fetzten Bob Dawn & Band mit ihrer Show „Elvis – Good Rocking Tonight“ über die Bühne. Da hielt es viele nicht mehr auf den Stühlen: Eine kesse Sohle auf dem Tanzparkett war angesagt, ehe das Fest mit netten Gesprächen ausklang.

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