Trödeltrupp von RTL II

Profis machen Kasse

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Am Stand des Trödeltrupps von RTL II auf dem Offenbacher Flohmarkt drängen sich am Samstag die Schnäppchenjäger. Begleitet von Kameras beweist Mauro Corradino sein Verkaufstalent.

Offenbach - Geräumt, geputzt, verkauft: Das „Trödeltrupp“-Team von RTL II macht’s möglich. Am Samstag brachten Otto, Mauro und Sükru allerhand Hausrat gewinnbringend unter die Leute. Von Harald H. Richter 

Für manchen liegt das Geld auf der Straße, andere verorten es wiederum im Keller – dort zumeist als über die Jahre angesammelter Hausrat, Krimskrams und Klimbim, mit dem sich Kasse machen lässt. Vorausgesetzt man weiß wie. Experten wie Otto Schulte, Mauro Corradino und Sükrü Pehlivan wissen und zeigen es dem Fernsehpublikum allwöchentlich beim Spartensender RTL II in ihrer Doku-Soap „Der Trödeltrupp“.

Entrümpler Schulte, ein Haushaltsauflöser aus Essen, sein Kompagnon Corradino, Antiquitätenhändler mit eigenem Lädchen am Heumarkt in Köln, und Trödel-Spezialist Pehlivan aus Mönchengladbach kennen sämtliche Verkaufstricks und lassen davon so manchen profitieren, der seinen Hausrat auflösen will oder umzugsbedingt muss. So geschieht es auch im jüngsten Fall, dem sich das Team aus dem Rheinland diesmal im Hessischen annimmt. Zu Dreharbeiten für ein 90-Minuten-Special sind am Samstag beim Offenbacher Trödelmarkt auf dem Maindamm 25 Standmeter gebucht, und gegen halb elf vormittags biegen drei vollbeladene Kleintransporter um die Ecke. Ihnen entsteigen – freilich erst nachdem die Kamera sie in den Fokus genommen hat – die drei bekannten Profi-Entrümpler und winken freundlich in die Menge.

Fans warten schon eine Stunde vorher

Die lokale Fangemeinde des Quotenknüllers hat sich schon gut eine Stunde zuvor eingefunden, um nur keinen Blick auf das telegene Trio zu verpassen. Zu Dutzenden werden Smartphones fürs Erinnerungsfoto mit den prominenten Preisbrechern gezückt und vereinzelt zwar, aber voller Verzückung sind sogar „Mauro“-Rufe zu vernehmen. Ein Spötter kommentiert die Szenerie mit der Bemerkung, dass sicher gleich Transparente entrollt werden mit Zugeständnissen wie „Sükrü, ich liebe dich“. Das geschieht dann aber doch nicht. Stattdessen wird allzu aufdringliches Publikum hinter rot-weißes Absperrband gedrängt, damit die zahlreichen Helferlein ihre Arbeit tun können. „Ohne deren Zupacken geht das alles gar nicht“, kommentiert der verantwortliche Redakteur Oliver Krages voller Dankbarkeit in der Stimmlage auch die am Vortag geleistete Schufterei beim Leerräumen des Kellers der Neu-Isenburger Familie Schmidt-Hudl.

Zwei komplette Drehteams bietet RTL II auf, sprich ein Dutzend Leute, die dafür sorgen sollen, dass Karl-Heinrich Schmidt all das lukrativ loswird, was sich in Keller und Gartenhütte bis unter die Raumdecke gestapelt hat. Und das ist allerhand. Der Ruheständler zieht in diesen Tagen nach Berlin, wo unter anderem Stieftochter Nicole Hudl mit Freundin Ines Krabbatsch lebt. „Mit 66 Jahren fang ich nochmal neu an“, verkündet er in Abwandlung eines Udo-Jürgens-Songs. In Neu-Isenburg geboren, aufgewachsen und sesshaft gewesen bis eben jetzt, wird für den einstigen Elektromeister und dessen erkrankte Ehefrau Ursula, die sich zurzeit noch in Reha befindet, fortan der Bezirk Reinickendorf zum Lebensmittelpunkt. „Also muss ich mich von etlichem trennen, was sich so über die Jahre angesammelt hat.“ Dass die Trödel-Profis ihm dabei helfen, hat er Stieftochter Nicole Hudl zu verdanken, denn sie hat die Bewerbung auf den Weg gebracht. Beim Sender fand das Ansinnen Gehör und so wurde Familie Schmidt ausgewählt. „Die Menge und die Dringlichkeit sind ausschlaggebend dafür gewesen, dass unser Team schließlich in Neu-Isenburg vorgefahren ist“, verrät Oliver Krages.

Trödel-Experte ist eigentlich Fachinformatiker

Als erstes wechselt ein altes Schiffsmodell den Besitzer. In Anbetracht Sükrü Pehlivans Verkaufstalents klingelt es sogleich in der Kasse. Der Spezialist für Trödel aus Mönchengladbach ist eigentlich gelernter Fachinformatiker, eröffnete aber vor elf Jahren die erste ebay-Verkaufsagentur in Nordrhein-Westfalen und versteigerte fortan alles, was ihm seine Kunden vorbei brachten. Er verscherbelte Staubsauger, Lampen und Kleidung ebenso wie Computer und sogar eine rare Flasche Portwein von 1877. Sein Geschäftsprinzip: „Stets den höchstmöglichen Preis rausholen.“

Das scheint ihm auch in Offenbach zu gelingen. Er sowie seine Kompagnons Otto Schulte und Mauro Corradino sorgen dafür, dass es sich ausdünnt auf den Verkaufstischen. Vom Stabmixer bis zum Uralt-Radio der Marke Opus wird unters Volk gebracht, was vor Tagen noch in Karl-Heinrich Schmidts Keller vor sich hin staubte. Für 16,50 Euro hat Saber ben Salah den Radiowellenempfänger von anno dazumal erworben. Und der Hanauer Robert Neumann freut sich über einen für zehn Euro erstandenen Münzsortierer. „Ein echtes Schnäppchen“, ist er überzeugt.

Karl-Heinrich Schmidt, der beim Verkaufen tüchtig mithilft, staunt angesichts des Gedränges am Stand. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Sachen derart gewinnbringend loswerde“, sagt er und wendet sich dem nächsten Kunden zu. Vor laufender Kamera greift so mancher Käufer gern etwas tiefer in die Geldbörse. Was tut man nicht alles, um ins Fernsehen zu kommen.

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