Trotz Regens „sonnige Umsätze“

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Laufsteg Frankfurter Straße.

Offenbach - Schade. Derart kalt und nass hätte es an diesem Frühsommer-Wochenende nicht kommen müssen. „Schreibt doch: Offenbach und seine Gäste trotzten dem Wetter“, versucht am Sonntagmittag der Oberbürgermeister den meteorologischen Widrigkeiten Positives abzugewinnen. Von Thomas Kirstein

 Als Horst Schneider das sagt, hat es erst dezent angefangen zu tröpfeln, und es ist noch nicht abzusehen, dass es sich manche Besucher abschreckend einregnen wird.

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Trotzdem ist Offenbachs Innenstadt auch feucht ein Ziel für Tausende Gäste - wenn sich der Zuspruch auch zahlenmäßig nicht mit dem des Vorjahrs messen lässt. „Da hatten wir auch 30 Grad“, erinnert sich Stadt-Pressesprecher Matthias Müller. Er ist aber optimistisch, dass sich der Trubel diesmal halt vom Freien in die Geschäfte verlagert.

Die Agentur „knallrot“ lud alle Generationen zum Casting für die „KOMM-Stars“ einer Kampagne zum neuen Einkaufszentrum, das im Herbst eröffnet.

Das wäre ja prima für den Einzelhandel, der sich vom verkaufsoffenen Abschluss der Offenbacher Woche nicht zuletzt ein gutes Geschäft verspricht. Und da gibt es tatsächlich offensichtlich nicht viel zu klagen. Christiana Baudach, die Vorsitzende des Gewerbevereins Treffpunkt und Chefin der Galeria Kaufhof, zeigt sich zufrieden. „Bei uns sind die Zahlen relativ vernünftig“, sagt sie für ihr Haus, dessen sonntägliches Geschäfts-Klima durchaus als Gradmesser für die Innenstadt gelten kann. „Schreiben Sie doch: Trotz Regens sonnige Umsätze“, empfiehlt sie. In den Läden, dort wo es schön warm und durchgängig trocken ist, kommen die diversen Aktionen gut an. Bei Kaufhof werkelt ein Feintäschner; gegenüber im proppenvollen Saturn gibt Henni Nachtsheim (Ex-Rodgau Monotones, Badesalz) Autogramme, am liebsten auf sein neues Soloalbum „...da tanzt die Omma mit George Clooney“; in der Schwanenapotheke kann man sich unter anderem über Stützstrümpfe beraten lassen...

Der Apotheken-Löwe kümmerte sich um die Kleinen

Am Sonntag ist dann aber auch manches anders als in den meisten der 14 Jahre seit dem S-Bahn-Start 1995. Vor der Bühne in der Frankfurter Straße, auf der M.Schneider, Galeria Kaufhof, Schuhhaus Pauthner und Neues Bettenhaus bei einer gemeinsamen Modenschau ihre Produkte präsentieren, drängelt sich durchaus Publikum - doch diesmal dicht an der Wand Schutz vorm Regen suchend. An der Ecke Kaiserstraße/Frankfurter Straße ein ähnliches Bild: Auf der dortigen Bühne agieren das Fitnessstudio Lady’s First, das Tanzstudio Orient Academy, die Boutique Mali und die Stadtgarde Offenbach.

Die Frankfurter Straße wurde zum Laufsteg.

Wer ein Zelt aufgeschlagen hat, ist gefragtes Ziel. So erfreuen sich die Informationen von Stadt, Stadtwerken, Energieversorgung und Verkehrsbetriebe eines schönen Zuspruchs. Besonders wenn es stark regnet. „Wenn’s aufhört, wird’s schnell wieder leerer“, gesteht Mobilitätsberater Hugo „Hucky“ Reinhardt im OVB-Zelt. Ihm ist am Abend vorher „Novemberkälte die Beine hochgekrochen“.

Immerhin ist es beim gestrigen Finale nicht ganz so nass wie am Samstagmorgen, als es wie aus Eimern geschüttet hat und es fast als Wunder registriert wurde, dass es gegen Abend doch noch einigermaßen aufgelockert hatte. Auch am Sonntag kommt irgendwann die Wende. Später, und für viele daheimgebliebene potentielle Innenstadt-Besucher wohl zu spät, schafft es die Sonne durch die Wolken und beschert als versöhnlichen Ausklang dann doch noch einen weitgehend freundlichen Fest-Abend.  

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