Trotz Umzugsplänen spendiert Land teure Hochschulkantine

Offenbach (fel) ‐ 40 Jahre ist die Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) ohne eine Kantine ausgekommen, seit gestern können die Studenten in einer 1,4 Millionen Euro teuren Caféteria speisen. Das Land Hessen hat sie finanziert, obwohl der Campus schon in wenigen Jahren umziehen soll.

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Jahrzehntelang auf neue Kantine gewartet

Die Studenten und Professoren der HfG können sich freuen: Gestern hat die neue Caféteria im Erdgeschoss des Westflügels den Betrieb aufgenommen. Finanziert aus dem Topf des Konjunkturpakets II hat das Land Hessen eine edle Kantine bauen lassen, die Platz für 80 Studenten bietet. Drei Köche und zwei Aushilfskräfte bereiten Frühstück und Mittagessen zu, und im nächsten Jahr soll eine Außengastronomie auf dem Campus am Isenburger Schloss hinzukommen. Für Hochschulpräsident Professor Bernd Kracke ist das neue Angebot „lange überfällig“. Bisher hatten die Studenten Essensmarken vom Studentenwerk erhalten, die sie in verschiedenen Offenbacher Gaststätten einlösen konnten.

Indes soll die Kreativ-Hochschule bekanntlich in den nächsten Jahren in einen Neubau im derzeit entstehenden Offenbacher Hafenviertel umziehen. Dafür hat sich besonders der HfG-Präsident in der Vergangenheit stark gemacht. An diesen Plänen habe sich auch nichts geändert, betont Kracke. Tatsächlich soll 2012 ein internationaler Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden.

Vor diesem Hintergrund kann sich der Bund der Steuerzahler Hessen die Investition in die alte Liegenschaft nicht erklären: „Gegen ein Provisorium wäre nichts zu sagen, aber diese Größenordnung ist schon merkwürdig, weil die zukünftige Nutzung noch nicht feststeht“, meint Finanzreferent Clemens Knobloch.

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