Der TÜV schaut noch genauer hin

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TÜV

Offenbach (dpa/tmn) - Ab Juli gelten neue Regeln bei der Kfz-Hauptuntersucherung (HU). Die wichtigsten Änderungen sind eine Probefahrt und der Wegfall der umstrittenen Rückdatierung: Wer zu spät kommt, erhält die volle Plakettenzeit. Das Überziehen wird allerdings teurer.

Wie die Prüforganisation KÜS mitteilt, erhalten Fahrzeuge künftig die volle Plakettenzeit, bei Privat-Pkw zwei Jahre. Bisher wurde auf das eigentliche Fälligkeitsdatum zurückdatiert, wenn der Halter zu spät zur HU kam.

Wer die HU - im Volksmund „TÜV“ genannt - ab dem 1. Juli deutlich überzieht, für den kann es allerdings teurer werden. Künftig soll ein Aufschlag von 20 Prozent auf die Prüfungsgebühr erhoben werden, wenn der Fahrzeughalter mehr als zwei Monate in Verzug ist. Derzeit verlangen die Prüfgesellschaften dem Auto Club Europa (ACE) zufolge je nach Bundesland zwischen 57 und 63 Euro. Schon bislang riskieren nachlässige Autofahrer Verwarngelder, Punkte in der Verkehrssünderdatei und Ärger mit der Versicherung.

Eine verpflichtende Probefahrt durch den Sachverständigen

Zu den weiteren Neuerungen gehören eine verpflichtende Probefahrt durch den Sachverständigen für alle ab dem 1. Juli neu zugelassenen Autos und die einheitliche Mängeldokumentation durch die Prüforganisationen wie TÜV, Dekra oder GTÜ. Zudem schauen die Prüfer noch genauer hin und weisen die Halter auch auf drohende Mängel hin. Hierfür werde im Prüfbericht die Kategorie „Hinweis“ eingeführt. So habe der Sachverständige die Möglichkeit, sich abzeichnende Probleme - etwa durch Verschleiß - aufzuzeigen.

Mit der Neuregelung könnte die HU ohnehin teurer werden. „Mehrere Anbieter werden die Umstellung für leichte Gebührenerhöhungen nutzen“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Der ACE rechnet im Schnitt mit vier Euro Mehrkosten für Haupt- und Abgasuntersuchung, die seit 2010 in einem Schritt gemacht werden.

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